Alles im Griff

Als "angespannte Lockerheit" könnte man die optimale Schlägerhaltung bezeichnen, aber wir machen erstmal einen Schritt zurück...

Als wir in Berlin mit Showdown begannen wußten wir nicht viel über Turnierregeln und deren Auslegung, spielten mit altem Material und hatten auch wenig Ahnung davon, mit welcher Technik international gespielt wird. Weil Showdown ja ein schnelles Spiel ist, bei dem hart geschlagen wird, gingen wir zunächst davon aus, dass man auch seine Schlägerhaltung darauf einstellen muss - im Schutzhandschuh, immer schön fest und weit vorne am Griff zupacken!

Klingt eigentlich auch logisch - wenn ein Ball wie eine Kanonenkugel auf das Tor kommt, will man schließlich vermeiden, dass einem der Schläger aus der Hand geschossen wird. Beim Angriff schien diese Technik auch Sinn zu machen - wie beim Tischtennis werden manchmal sogar ein oder zwei Finger auf das Blatt gelegt, um mehr "Stabilität" und "Zielsicherheit" zu bekommen.

Nun zur Realität. Schnell haben wir bei Turnieren festegestellt, dass diese Art zu spielen nicht nur extrem kraftraubend ist, sondern auch in vieler Hinsicht das eigene Spiel einschränkt.

Verteidiung

Eine zu feste Schlägerhaltung führt im Spiel schnell zu einer "Verkrampfung". Das Resultat bei einem harten gegnerischen Angriffsschlag ist, dass der Ball vom eigenen Schläger viel zu weit zurück prallt oder vielleicht sogar an das Mittelbrett katapultiert wird. Ziel beim Verteidigen muss es aber sein, den Ball des Gegners abzufangen und dann selbst einen Angriff aufzubauen. Wenn der Ball immer wieder in die gegnerische Hälfte zurück läuft, ist das nicht möglich. Wird der Schläger dagegen lockerer gehalten, fast sanft, wie man eine Pinzette hält, kann das Blatt nach hinten weg und die Wucht des Balls wird komplett neutralisiert. Natürlich darf der Schläger nicht so "sanft" gehalten werden, dass er aus der Hand fliegt und man muss die Verteidigungsposition einige Zentimeter nach vorne verlegen, um keinen Torraumfehler zu begehen.

Ein weiterer wichtiger Grund für eine lockere Haltung bei der Verteidiung ist die Geschwindigkeit. Die Reaktionszeit ist wesentlich geringer, wenn man den Schäger schön locker hält.

Und noch ein letzter Grund, der gegen einen Griff zu weit vorne am Blatt spricht: Die Bewegungsfreiheit des Handgelenks und damit des Schlägers wird eingeschränkt. Wird der Griff etwas weiter hinten angesetzt, kann man mit seinen Fingerspitzen den Schläger in Sekundenbruchteilen in fast jede Richtung drehen.

Angriff

Auch im Angriff bringt die Lockerheit meistens Vorteile - besonders bei der Rückhand. Da die meisten Schläge mit der Rückhand ausgeführt werden, betrifft das also fast unser gesamtes Angriffsspiel.  Bei dieser Technik kommt bekannterweise der Großteil der Energie aus dem Handgelenk und dem Unterarm. Halten wir nun den Schäger zu fest, versteifen wir damit autmatisch unser Handgelenk. Auch hier hilft es, den Griff zwischen Daumen und Zeigefinger etwas weiter hinten zu halten. Fast von selbst wird dann aus dem Rückhandschlag ein starker "Schlenzer".

Leistungsfähigkeit

Wenn man oft und lange spielt, oder auf Turniere geht, wird man schnell merken, dass Showdown nicht unbedingt eine der gesündesten Sportarten ist. Mit der falschen Körper- oder auch Schlägerhaltung bekommt man schnell Probleme mit den Gelenken, einen Tennisarm oder ähnliches. Allein schon deshalb sollte man darauf achten, sich von Anfang an die richtigen Techniken anzugewöhnen. Mit einer lockeren Schlägerhaltung läßt es sich nahezu mühelos stundenlang spielen, Gelenke werden weniger beansprucht und Muskelverkrampfungen sind selten.

Spielt man mit der falschen Technik gegen einen Gegner, der die richtige Technik einsetzt, kann man durch Kampf, Krampf und Kraft, viel wett machen. Aber irgendwann geht auch dem größten "Kraftprotz" die Puste aus und dann ist das Spiel meistens schnell verloren.

Probiert einfach mal ein bisschen herum, haltet den Schläger in verschiedenen Positionen und findet heraus, was für euch am besten bzw. was am erfolgreichsten ist. Natürlich ist es schwierig einen zu schweren Schläger locker zu halten, versucht also auch hier ein paar Varianten.

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