European Top 12, Stockholm 2011

Vom 28.10.-30.10.2011 fanden in Schweden die European Top 12 statt - zum ersten Mal mit deutscher Beteiligung. Die Organisatoren dieses hochrangigen Turniers entschieden sich dafür, Stefan Wimmer als Schiedsrichter einzuladen und mir eine Wildcard zu geben. Sehr gespannt und ohne große Erwartungen trat ich also an. Meine erklärten Ziele waren es, von den anderen Spielern zu lernen und vor allem Spaß zu haben. Mir war von Anfang an bewusst, dass es ein hartes Turnier werden würde. Wir spielten mit drei Gewinnsätzen jeder gegen jeden.

Der Freitag gestaltete sich für mich vorwiegend als Kennenlern- und Schnuppertag. Nachdem ich meine ersten beiden Spiele gegen  Hanna Vilmi und Elvira Sjöblom in jeweils drei Sätzen verlor, wendete sich das Blatt für mich und ich gewann gegen Anja S.V. Svendsen und Tanja Oranic (Gewinnerin der Paragames Breda 2011). Der Sieg gegen Tanja war für alle eine große Überraschung, die mich zuversichtlich für das Kommende stimmte.

Am nächsten Tag wurde ich jedoch sehr schnell vom Pech eingeholt. Ein richtig harter ball machte mich nahezu handlungsunfähig. Mein Arm schwoll an und ich hatte Mühe, ihn zu bewegen. Nichts desto trotz versuchte ich mich durchzubeißen und die anderen Spiele so gut wie möglich zu überstehen. Einer der Höhepunkte vom Samstag war das Spiel gegen Stine Skovbon. Nachdem wir beide zwei Sätze gewonnen hatten, ging es also in den fünften, Satz. Ich lag schnell mit 0 zu 6 zurück. Es gelang mir jedoch, aufzuholen und schließlich stand es 9 zu 10 für mich. Stine machte das alles entscheidende Tor und gewann somit das Spiel. Ich muss wirklich sagen, dass ich überhaupt nicht enttäuscht war, denn es ist ein großartiges Match gewesen und wir hatten beide unseren Spaß.

Ich hoffte, mein Arm würde sich wieder einigermaßen erholen, aber dem war leider nicht so. Ich war kaum mehr in der Lage meinen Arm zu strecken und so gestalteten sich die restlichen Spiele recht einseitig, ich verlor sie alle und belegte schließlich den elften Platz.

 

Auffällig bei diesem Turnier war, dass nur wenige weibliche Spieler, mich inbegriffen, in der Lage sind, anzugreifen. Die Defensive ist bei allen super, aber meistens hapert es doch sehr an der Offensive und dadurch kam es häufig vor, dass Spiele mehr als eine Stunde dauerten. Das Spiel gegen Anja aus Dänemark war diesbezüglich mein absoluter Höhepunkt. Wir brauchten für drei Sätze 70 Minuten. Bei so langen Matches muss man wirklich aufpassen, dass man absoulut bei der Sache bleibt. Ihre Defensive ist großartig, aber ihre Offensive lässt wirklich zu wünschen übrig und somit musste ich vorsichtig sein, dass ich nicht gefährlich für mich selbst wurde und auf Fehler ihrerseits warten.

 

Das ist der Punkt, an dem wir in Deutschland unbedingt arbeiten müssen. Ganz platzierte Angriffsschläge sind unabdingbar, wenn wir international mithalten wollen. In den ersten Spielen habe ich sehr darauf geachtet, mir den Ball zu nehmen und ihn mir hinzulegen. Bei den letzten Spielen war ich aufgrund der Schmerzen sehr unkonzentriert und es war mir nicht mehr möglich, mit die Bälle entsprechend zurechtzulegen.

Alles in allem war es ein großartiges Turnier. Ich hatte richtig viel Spaß und ich habe ganz viele nette Menschen, sowohl auf Spieler- als auch auf Schiedsrichterseite, kennengelernt. Die Leistung der Schiedsrichter war durchgängig von sehr hoher Qualität.

Mein persönliches Fazit: ich muss mir so schnell wie möglich einen entsprechenden Schutz für meinen Arm besorgen und dann unbedingt an meiner Offensive arbeiten.

Ich freue mich auf die nächsten internationalen Turniere, weil man da am meisten lernen kann.

Antje Samoray

 

 

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