European top 12 2012

European top 12 2012

Am vergangenen Wochenende (25.-28.2012) wurde das 4. European top 12 Turnier in Schweden ausgetragen. Zu diesem Wettkampf werden die zehn ersten Männer und Frauen der IBSA-Ranking-List sowie jeweils zwei Spieler/-Innen, die sich im Showdown-Jahr besonders hervorgetan haben, eingeladen.

Aus meiner Sicht ist es, sowohl für die Spieler als auch für die Schiedsrichter, das wohl anstrengenste Showdown-Turnier eines Jahres. Gespielt wird an sechs Tischen, jeder gegen jeden, mit drei Gewinnsätzen und ohne Zeitbegrenzung. Da kann ein Spiel gut und gerne mal 60 Minuten oder mehr dauern.

Durch meine Teilnahme an den European top 12 2011 waren mir der Ablauf und das Anforderungsniveau bereits bekannt und ich konnte mich ganz anders vorbereiten und ins Turnier starten.
Der erste Wettkampftag sah mit sieben Spielen pro Spieler einen straffen Zeitplan vor. Ich hatte einige sehr spannende Matches, die über fünf Sätze gingen. Mein persönlicher Höhepunkt war das Spiel gegen die polnische Newcomerin, Ela, der ich im fünften Satz unterlag. Die restlichen zehn Spiele habe ich gewonnen. Auch Ela gewann zehn Matches und durch den direkten Vergleich zwischen uns war sie die Gesamtsiegerin des Turniers.

Nach dem offiziellen Turnier wurden wir in acht Dreier-Gruppen aufgeteilt, um einen kleinen Teamwettkampf zu spielen. In meiner Mannschaft waren Juha Oikarainen aus Finnland sowie Jaromír Vospel aus Tschechien. Das Ziel war es, auszuprobieren, wie sich das Spiel gestaltet, wenn die Schläger um vier cm gekürzt werden. Ich selbst konnte während des Spielens keine besonderen Veränderungen feststellen. Es gab weder mehr Tore, noch war das Spiel schneller oder anstrengender. Die Spieler und Schiedsrichter, mit denen ich im Anschluss sprach, machten ähnliche Beobachtungen.

Dieses kleine Turnier war ein guter Test und in Zukunft wird noch mehr ausprobiert werden, Showdown noch spannender zu machen. Es gibt bereits einige Überlegungen. So wird unter anderem diskutiert, ob es besser wäre, die Mittelbande ein paar cm herunterzusetzen, sodass die Bälle nicht mehr so sehr fliegen können, um dem Gegner die Chance zu geben, diese Angriffsschläge zu verteidigen. Es kristallisiert sich nämlich heraus, dass einige Spieler die Bälle fliegen lassen und der Gegner keine Möglichkeit hat, die Bälle abzuwähren. An dieser Stelle stellt sich die Frage, ob das fair ist, denn eigentlich ist Showdown eine Sportart, die für Blinde entwickelt wurde. Wenn nun aber der Spieler den Ball nicht hört, herrschen dann noch dieselben Voraussetzungen und ist das noch im Sinne des Erfinders?
Wir dürfen auf jeden Fall gespannt sein, in wie weit die Regeln im nächsten Jahr verändert werden.

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