6. Milano Open – ein Turnier mit neuen Regeln

Auch in diesem Jahr nahm wieder eine deutsche Showdown-Delegation am Mailand-Turnier, das traditionell im Frühjahr stattfindet, teil. Thomas, Benjamin und Antje traten für Deutschland an. Gaby und Stefan waren als Schiedsrichter aktiv.
Dieses Turnier versprach besonders zu werden, da zum ersten Mal mit neuen Regeln gespielt werden sollte. Doch was heißt „neue Regeln“?
Im Rahmen des Top-12-Turnieres 2012 in Haninge wurde bereits bei einem kleinen Team-Wettkampf getestet, inwiefern sich das Spiel verändert, wenn die Schläger um insgesamt vier cm gekürzt würden. Die Spieler berichteten, dass sich keine großen Veränderungen feststellen ließen. Der Spieler müsse in seinen Bewegungen zwar schneller sein, aber das Spiel würde dadurch nicht erheblich verändert.
Bei den Pajulahti Games 2013 in Finnland wurde mit einer Mittelbande gespielt, die um vier cm nach unten gesetzt wurde, sodass zwischen der Plattenoberfläche und der Unterkannte der Mittelbande nur noch zehn cm Platz blieben. Durch diese Maßnahme war es nur noch geringfügig möglich, die Bälle „fliegen“ zu lassen. Zudem kam es dann verhäuft zu Mittelbretttreffern, indem Spieler A den Ball schlug, er bei Spieler B hinter dem Tor herumrollte und gegen die Mittelbande prallte. Da Spieler A die letzte Ballberührung hatte, erhielt Spieler B einen Punkt.
In Mailand wurde schließlich sowohl mit kürzeren Schlägern, als auch mit einer niedrigeren Mittelbande gespielt. Außerdem gab es noch einige andere Regelungen, die es unbedingt zu beachten galt. So durften Coach und Spieler nicht mehr miteinander kommunizieren, sobald die Einspiel-Minute begann. Zudem mussten die Spieler den Schiedsrichter jedes Mal um Erlaubnis fragen, wenn sie die Brille berühren wollten. Es musste also ganz genau darauf geachtet werden, dass die Schutzbrille nicht aus Versehen berührt wird, um sich evtl. zu kratzen oder den Schweiß aus dem Gesicht zu wischen. Das klingt banal, kann aber leicht unterschätzt werden und führt dann im schlimmsten Fall zu einem Punkt für den Gegner. Eine weitere wichtige Regel, auf die in Mailand stark geachtet wurde, betraf den Serve. Dieser darf nur erfolgen, wenn der Ball auf der Platte platziert wird. D.h., der Serve darf nicht aus dem Rollen heraus geschlagen werden. Diese fünf großen, neuen Regeln/Veränderungen bestimmten also das Mailand-Turnier.
Die aktualisierte Version der IBSA-Showdown-Regeln ist noch nicht endgültig verabschiedet worden. Wir können aber mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass die oben beschriebenen Punkte Bestandteile der neuen Regeln sein werden.

Nun aber zu den Ergebnissen der deutschen Spieler:
Bei den Männern gab es neun Vorrundengruppen, in denen jeder gegen jeden spielte. Die ersten zwei Männer jeder Gruppe kamen weiter – also kämpften um die Plätze bis 18. Thomas und Benjamin hatten starke Gegner in ihren Gruppen. So musste Thomas u. a. gegen Leanda Sachs (Nl) und Kalle Haukka (Fi) antreten. Benjamin hatte Peter Zidar (Si) und Adrian Sloninka (Pl) in seiner Gruppe. Die beiden schlugen sich wacker und wurden, mit jeweils zwei Siegen in zwei Sätzen, dritte ihrer Gruppen.
Anschließend spielten beide in einer Neuner-Gruppe jeder gegen jeden. In diese Gruppe kamen alle Drittplatzierten der Vorrunde. Thomas konnte vier Spiele für sich entscheiden und belegte dadurch den 23. Platz. Benjamin gewann sechs Spiele und wurde 21..
Die Frauen spielten in der Vorrunde in insgesamt sechs Gruppen jede gegen jede. Die ersten beiden Spielerinnen einer Gruppe kamen weiter und spielten in einer Zwischenrunde in zwei Sechser-Gruppen wiederum jede gegen jede. Antje gewann ihre Vorrundenspiele souverän und wurde somit erste ihrer Gruppe. Mit Elzbieta Mielczarek (Pl), Anja S. V. Svendsen (Dk) und Sanja Kos (Si) hatte Antje in der Zwischenrunde eine sehr starke Gruppe „abbekommen“. Doch auch in dieser Runde gelang es Antje, ihre Kontrahentinnen nach und nach zu besiegen und sie stand somit im Viertelfinale. .
Von nun an wurde in drei Gewinnsätzen gespielt und es zeigte sich, wer tatsächlich die bessere Defense, die stärkeren Nerven und möglicherweise noch das Quäntchen Glück auf seiner Seite hatte. Antjes Viertelfinalspiel gegen Monica De Fazio (It) war sehr zäh und Antje musste aufpassen, konzentriert zu bleiben. Die Defensive der Italienerin war stabil, sodass Antje Mühe hatte, Tore zu erzielen. Schließlich gelang es ihr aber doch und sie gewann in vier Sätzen und stand im Halbfinale des Turniers.
Dieses bestritt Antje gegen Jaana Pesari (Fi). Nachdem Antje die ersten beiden Sätze gewann, gelang es Jaana, in den Sätzen drei und vier auszugleichen. Sowohl Antje als auch Jaana fehlte noch ein Satzsieg, um im Finale spielen zu können. Jaana gelang es überhaupt nicht, ins Spiel zurückzukehren und Antje gewann den fünften Satz deutlich mit 11-0.
Nun war es so weit! Antje stand im Finale der 6. Milano Open. Ihre Gegnerin war Tanja Oranic aus Slowenien. In diesem Turnier trafen die beiden noch nicht aufeinander, sodass es schwierig war, die jeweils andere einzuschätzen. Im ersten Satz hatte Antje große Mühe, überhaupt mitzuspielen. Sie verlor deutlich mit 5-12. Doch Antje besann sich und gewann die Sätze zwei und drei. Nun fehlte ihr noch ein gewonnener Satz zum Turniersieg. Aber Tanja zeigte, dass auch sie im Ernstfall in der Lage war, ihre Nerven im Griff zu haben und gewann den vierten Satz. Es kam schließlich zum alles entscheidenden, fünften Satz. Antje lag schnell mit 8-2 in Führung und der Sieg schien so gut wie sicher. Doch irgendwas funktionierte auf einmal nicht mehr. Tanja kam Stück für Stück heran und plötzlich stand es 10-10. Die beiden lieferten sich einen Nervenkrieg vom feinsten. Im Raum war es Mucksmäuschenstill und es schien, als würden alle Zuschauer die Luft anhalten. Fehlerpunkt für Fehlerpunkt ging der Krimi in die „Verlängerung“ bis es 12-12 stand. Nach einem wiederum recht langen Ballwechsel schoss Antje das alles entscheidende Tor.
Dieses Mal war das Glück auf deutscher Seite und Antje gewann die 6. Milano Open.
Die Nerven lagen bei allen blank. Spielerinnen, Coaches und Zuschauer waren froh, dass dieses Spiel endlich vorüber war.

Final ranking
Men
• 1° Peter Zidar - Slovenia (SI)
• 2° Leander Sachs - Netherlands (NL)
• 3° Ari Lahtinen - Finland (FI)
• 4° Marco Ferrigno - Italy (IT)
• 5° Matthieu Juglar - France (FR)
• 6° Teemu RuoHonen - Finland (FI)
• 7° Juha Oikarainen - Finland (FI)
• 8° Sven Van De Wege - Netherlands (NL)
• 9° Luigi abate - Italy (IT)
• 10° Domenico Leo - Italy (IT)
• 11° Maurizio Scarso - Italy (IT)
• 12° Miha Susman - Slovenia (SI)
• 13° Claudio Quitral - Sweden (SE)
• 14° Adrian Sloninka - Poland (PL)
• 15° Aleksander Sabo - Slovenia (SI)
• 16° Jörn Rosendal Pedersen - Denmark (DK)
• 17° Claudio Levantini - Italy (IT)
• 18° Kalle Haukka - Finland (FI)
• 19° Ladislav Humski - Slovenia (SI)
• 20° Christoffer Örnevik - Sweden (SE)
• 21° Benjamin Neue - Germany (DE)
• 22° Mitchel Snel - Netherlands (NL)
• 23° Thomas Giese - Germany (DE)
• 24° Lukasz Byczkowski - Poland (PL)
• 25° Robert Lätt - Estonia (EE)
• 26° Denis Calonne - France (FR)
• 27° Franco Avataneo - Italy (IT)
• 28° Emiliano Garay - Italy (IT)
• 29° Patryk Iks - Poland (PL)
• 30° Sabato de Rosa - Italy (IT)
• 31° Mario Barbuto - Italy (IT)
• 32° Fabio Santini - Italy (IT)
• 33° Oscar Cimini - Italy (IT)
• 34° Stefano Greci - Italy (IT)
• 35° Gerlando Cipolla - Italy (IT)
• 36° Costante Piantoni - Italy (IT)
• 37° Bertrand Laine - France (FR)
• 38° Riccardo Santini - Italy (IT)
• 39° Nicola Vincenti - Italy (IT)
• 40° Giuseppe Cesena - Italy (IT)
• 41° Gianluca Russo - Italy (IT)
• 42° Riccardo Buelloni - Italy (IT)
• 43° Krister Olenmo - Sweden (SE)

Women
• 1° Antje Samoray - Germany (DE)
• 2° Tanja Oraníc - Slovenia (SI)
• 3° Jaana Pesari - Finland (FI)
• 4° Sanja Kos - Slovenia (SI)
• 5° Elzbieta Mielczarek - Poland (PL)
• 6° Monica De Fazio - Italy (IT)
• 7° Nicky Corstanje - Netherlands (NL)
• 8° Anja S. V. Svendsen - Denmark (DK)
• 9° Angela Zini - Italy (IT)
• 10° Emanuela Pontiroli - Italy (IT)
• 11° Francesca Buttitta - Italy (IT)
• 12° Daniela De Nuzzo - Italy (IT)
• 13° Tove Knudsen - Denmark (DK)
• 14° Mariah Sethsen - Sweden (SE)
• 15° Aleksandra Chrzanowska - Poland (PL)
• 16° Maria Rosaria Stabile - Italy (IT)
• 17° Maria Pia Sarli - Italy (IT)
• 18° Pasqualina Da Pozzo - Italy (IT)
• 19° Sévrine Mesnil - France (FR)
• 20° Jessica Buttiglione - Italy (IT)
• 21° Angela Casaro - Italy (IT)
• 22° Maris Vahter - Estonia (EE)
• 23° Doretta Fabbri - Italy (IT)
• 24° Merlin Ader - Estonia (EE)
• 25° Chiara Pitrelli - Italy (IT)
• 26° Chiara Valena - Italy (IT)
• 27° Annarita Ciaccia - Italy (IT)
• 28° Giovanna Di Pasquale - Italy (IT)

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