Erstmalig – Zwei Showdown-Qualifikationen parallel – Das klappt!

Finale Damen - Antje vs. Birgit (Foto: R. Tank)

Von Samstag, 07. bis Sonntag, 08.01.17 fanden in der Paul-und-Charlotte-Kniese-Schule Berlin gleich zwei Turniere mit enormem Spielniveau parallel statt. Sowohl bei dem Qualifikationsturnier Ost der Männer mit 10 Spielern als auch beim Qualifikationsturnier der Doppelregion Süd-Ost der Frauen mit 12 Spielerinnen galt es, Plätze zur Deutschen Meisterschaft 2017 zu erspielen.

An drei Showdown-Tischen wurden im Wechsel Männer- und Frauen-Spiele ausgetragen. Dass solch eine Mischung und deren Organisation klappen, hat der Berliner Blinden- und Sehbehinderten-Sportverein von 1928 e. V. (BBSV) und sein Team mit großem Erfolg bewiesen. Auch die Schiedsrichter leiteten mit Ruhe die vielen unterschiedlichen Spiele. Ohne all diese Personen wäre solch ein Turnier nicht möglich. Herzlichen Dank!

Pokale in Form des Berliner Fernsehturms (Foto: R. Tank)

Süd/Ost-Qualifikation der Damen

(von Eli Osewald und Birgit Riester)

Die 12 Damen spielten in zwei Gruppen. Gleich am Anfang sorgte die Kasseler Spielerin Tina Bohn, die erst sechs Monate dabei ist, für Aufmerksamkeit. Sie unterlag nur knapp im dritten Satz mit 9:11 ihrer erfahrenere Team-Kollegin Bettina Steffan. Die beiden Favoritinnen, Birgit Riester (Kassel) und Antje Samoray (Berlin), die jeweils eine Gruppe anführten, wurden dieser Rolle gerecht. Beide gewannen alle Gruppenspiele. Sie hatten sich somit direkt für das Halbfinale qualifiziert.

Die anstehenden Überkreuz-Spiele, je die Gruppen-Zweite gegen die Dritte der anderen Gruppe, wurden als Viertelfinalspiele definiert und somit über Best-of-Five gespielt.

Eli Osewald (Frankfurt) traf auf Andrea Vulprecht (Berlin). Den ersten Satz entschied die Frankfurterin mit 12:7. Danach drehte sich das Ergebnis. Vulprecht gewann die nächsten zwei Sätze mit 11:6 und 12:5. Doch Osewald gab den Kampf nicht auf. Sie holte sich den vierten Satz mit 12:7, das Spiel war wieder offen. Im Entscheidungssatz spielte Osewald sicher und gelang mit einem 11:4 ins Halbfinale.

Im zweiten Viertelfinale standen sich die Marburgerin Annika Hein und Bettina Steffan aus Kassel gegenüber. Diese kannten sich gut, da sie länger im gleichen Verein trainierten. So stand es nach vier Sätzen ganz ausgeglichen 4:11, 8:11, 12:10, 12:6. Doch dann musste Steffan dieses Spiel verletzungsbedingt aufgeben. Hein zog als vierte Spielerin ins Halbfinale ein.

Im ersten Halbfinale holte sich die Berlinerin Antje Samoray gegen die Marburgerin Annika Hein die ersten beiden Sätze jeweils relativ knapp mit 11:8. Heins Kampf machte sich bezahlt, sie konnte den dritten Satz mit 11:9 für sich entscheiden. Doch die erfahrene Spielerin Samoray legte im vierten Satz zu und siegte hierin deutlich mit 11:3.

Im zweiten Halbfinale hatte die süddeutsche Meisterin Birgit Riester die zweitplatzierte der Süddeutschen, Eli Osewald, von Anfang an im Griff. Die Kasselerin gewann alle drei Sätze souverän mit 12:2, 11:3 und 12:6.

Im kleinen Finale trafen Annika Hein und Eli Osewald aufeinander. Die ersten beiden Sätze waren mit 12:4 und 4:11 völlig ausgeglichen. Den Befreiungsschlag holte Osewald für sich im dritten Satz mit einem knappen 14:11. Doch sie konnte diesen Vorsprung nicht nutzen und gab den vierten Satz mit 8:12 an die Marburgerin ab. Somit war das Match wieder offen. Im Entscheidungssatz hatte Hein keine Chance. Ihr gelang kein Tor und sie unterlag in diesem der Frankfurterin mit 1:11. Eli Osewald holte sich den dritten Platz des Turniers.

Die beiden Meisterinnen ihrer jeweiligen Region trafen im Finale aufeinander. Zunächst ging die dreifache Deutsche Meisterin Antje Samoray aus Berlin im ersten Satz mit 9:0 in Führung. Die Kasselerin Birgit Riester verkürzte diesen Vorsprung jedoch auf 9:10, schoss dann aber einen Ball ins Aus und verlor diesen Satz mit 9:11. Nachdem der zweite Satz deutlich mit 11:6 an Samoray ging, entwickelte sich auch der dritte Satz zunächst wieder sehr spannend. Bei einer Führung von 7:6 unterlief Riester jedoch ein Eigentor und Samoray überraschte im nächsten Ballwechsel mit einem langsamen Ball in dem sonst sehr druckvollen Spiel, der ebenfalls in Riesters Tor landete. Das spannende Finale entschied dann die insgesamt überlegene Berlinerin durch einen provozierten Verteidigungsfehler durch einen kräftigen Schlag auf den Schläger ihrer Gegnerin und holte sich somit verdient den goldenen Pokal in Form eines Berliner Fernsehturms.

Bronze Eli O. / Gold Antje S. / Silber Birgit R. (Foto: R. Tank)

Die ersten sechs Damen dieser Reihenfolge haben sich für die Deutsche Meisterschaft 2017 qualifiziert:

  1. Antje Samoray (Berlin)
  2. Birgit Riester (Kassel)
  3. Eli Osewald (Frankfurt)
  4. Annika Hein (Marburg)
  5. Bettina Steffan (Kassel)
  6. Andrea Vulprecht (Berlin)
  7. Bianka Naser (Frankfurt)
  8. Tina Bohn (Kassel)
  9. Gabriele Eschebach-Weck (Marburg)
  10. Renata Kohn (Marburg)
  11. Denise Evers (Berlin)
  12. Gabriele Mitschke (Cottbus)

Ost-Qualifikation der Herren

(von Eli Osewald und Benjamin Neue)

Die 10 Männer kamen aus drei Standorten der Region Ost und spielten in zwei Gruppen. In diesen Spielen setzten sich die erfahrenen Spieler aus Berlin und Cottbus klar gegen unerfahrenere Spieler durch. Doch untereinander schlugen sie sich in der Gruppe S im Kreis. So waren am Ende die drei Berliner Peter Eisenach, Thomas Giese und Detlef Vulprecht in Spielpunkten und im direkten Vergleich gleich platziert. Nur in der Satzdifferenz unterschieden sie sich. Vulprecht stand direkt im Halbfinale. Giese und Eisenach spielten je ein Viertelfinale.

Das erste Viertelfinale spielten die Berliner Wolf und Eisenach. Eisenach konnte sich in drei Sätzen 11:2, 12:7 und 11:8 behaupten.

Das zweite Viertelfinale bestritten Thomas Giese aus Berlin und Reinhard Winkelgrund aus Cottbus. Auch hier gab es ein klares Ergebnis mit einem 3:0 nach Sätzen. Giese setzte sich mit 11:0, 12:7 und 12:3 durch.

Im ersten Halbfinale standen sich Gruppensieger Neue und Viertelfinalsieger Giese gegenüber. 11:2, 12:6 und 11:5 gewann Neue die Partie.

Im zweiten Halbfinale kämpften Vulprecht und Eisenach um den Einzug ins Finale. Der in der Vorrunde noch unterlegene Eisenach erspielte sich den Finaleinzug mit einem 3:0 Sieg (11:5, 11:2, 11:7).

Das kleine Finale, und somit das Spiel um den bronzenen Treppchenplatz, gewann Giese mit 3:1 gegen Vulprecht.

Im Finale standen sich Benjamin Neue und Peter Eisenach gegenüber. Neue ging mit 11:2 und 11:4 klar mit zwei Sätzen in Führung. Der dritte Satz wurde noch einmal enger. Auch hier konnte sich Neue mit 12:10 durchsetzen und gewann das Finale.

Bronze Thomas G. / Gold Benjamin N. / Silber Peter E. (Foto: R. Tank)

Die ersten fünf Herren dieser Reihenfolge haben sich für die Deutsche Meisterschaft 2017 qualifiziert:

  1. Benjamin Neue (Berlin)
  2. Peter Eisenach Berlin)
  3. Thomas Giese (Berlin)
  4. Detlef Vulprecht (Berlin)
  5. Reinhard Winkelgrund (Cottbus)
  6. Thorsten Wolf (Berlin)
  7. Eberhard Dietrich (Berlin)
  8. Matthias Hübner (Berlin)
  9. Frank Brehmer (Stendal)
  10. Karsten Schwerin (Stendal)

Neue Erfahrungen für Stendaler Newcomer (von Karsten Schwerin und Frank Brehmer)

Erstmalig nahmen Karsten Schwerin und Frank Brehmer von der Stendaler Showdown-Gruppe überhaupt an einem Turnier bzw. einer Qualifikation teil. Es war für uns ein interessantes und erfahrungsreiches Wochenende. Wir wurden von allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern freundlich aufgenommen. Auch erhielten wir von den erfahrenen Spielern Tipps für unser weiteres Training, wofür wir uns auch an dieser Stelle nochmals recht herzlich bedanken möchten. Wir werden versuchen, unser Training zu intensivieren (bislang nur zweimal im Monat) und unsere Spielweise mit Hilfe der erhaltenen Ratschläge zu verbessern, um bei der nächsten Qualifikation zur DM nicht erneut die letzten beiden Plätze zu belegen.

Da wir am Sonntag kein Spiel mehr hatten, besuchten wir als Zuschauer die spannenden Platzierungs- und Finalspiele und motivierten die Spieler durch Applaus, das Letzte aus sich heraus zu kitzeln. Wir waren etwas traurig darüber, dass sich für unser Spiel um Platz 9 und 10 kein Zuschauer interessiert hat. Laut Aussage des Schiedsrichters war es zudem auch das kürzeste Dreisatzspiel, das er je gepfiffen hat.

Die gesamte Organisation haben wir sehr positiv wahrgenommen. Die Verpflegung durch die Schülerfirma war super. Vielen Dank dafür. Auch die Arbeit der Schiedsrichter, die ihre Freizeit geopfert haben, soll nicht unerwähnt bleiben. Sie waren immer neutral, freundlich und hilfsbereit. Ebenso gilt unser Dank dem ABSV, der alles dafür getan hat, die Startgelder so gering wie möglich zu halten.

Abschließend ist zu sagen: Es war rund um ein gelungenes Wochenende. Vielen Dank auch an unseren Trainer, Andreas K., der uns bereits bei der Anreise mit viel Umsicht durch die Klippen des Berliner Verkehrs geführt hat und uns auch ansonsten das ganze Wochenende super betreut hat.

Wir wünschen allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei der DM maximale Erfolge.

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