Pisa Open 2018

von Kevin Barth

Vom 3. bis 5. Mai fanden im italienischen Tirrenia die zweiten Pisa Open statt. Bei diesem internationalen Weltranglistenturnier wurde mit 65 Herren und 38 Damen ein Teilnehmerrekord aufgestellt. Es war außerdem auch ein absolut hochwertig besetztes Turnier. Bei den Herren nahmen 14 der top 20 der Weltrangliste teil, bei den Damen waren es zwölf der ersten 20. Daher erwarteten die Titelträger auch 400 Punkte für die Rangliste. Aus Deutschland nahmen 20 Sportlerinnen und Sportler teil. Manch einer war schon mehrere Tage vor Turnierbeginn vor Ort, um ein wenig Urlaub zu machen, oder die Zeit für Training zu nutzen. Andere trafen erst am Abend vor Turnierbeginn zur Schlägerkontrolle ein.

Gespielt wurde auf insgesamt acht tschechischen Platten. Die Damen waren zunächst in insgesamt acht Gruppen aufgeteilt. Die beiden besten jeder Gruppe qualifizierten sich für die Zwischenrunde der besten 16 Spielerinnen. Aus deutscher Sicht schafften das Birgit Riester, Bettina Steffan und Sabrina Schmitz. Alle drei erreichten als ungeschlagene Gruppensiegerinnen die nächste Runde. Steffan konnte in der ersten Runde bereits die Topspielerin Sanja Kos bezwingen. Riester und Schmitz meisterten ihre Gruppen ohne Satzverlust.

In der Zwischenrunde wurden für die top 16 Damen vier Vierergruppen gebildet und die besten zwei jeder Gruppe erreichten das Viertelfinale. Das gelang Birgit Riester als Gruppenzweite mit zwei gewonnenen Spielen. Sabrina Schmitz und Bettina Steffan konnten leider keinen Sieg verbuchen, auch wenn Schmitz der späteren Siegerin Pesari einen harten Kampf über drei Sätze lieferte. Im Viertelfinale musste sich Riester Hanna Vilmi aus Finnland klar in drei Sätzen geschlagen geben. Anschließend folgte in der Platzierungsrunde auch eine klare Zweisatzniederlage gegen Heidi Torn. Im Spiel um Platz Sieben triumphierte die Kasselerin dann aber in drei Sätzen gegen Chiara Cavallaro und erreicht damit eines ihrer besten internationalen Resultate. Schmitz und Steffan standen sich in der Platzierungsrunde um die Plätze 13 bis 16 im direkten Duell gegenüber. Hier siegte Schmitz in zwei Sätzen und konnte nachfolgend auch noch das Spiel um Platz 13 gegen Anja S. V. Svendsen in zwei Sätzen für sich entscheiden. Steffan holte sich Rang 15 mit einem überlegenen Erfolg gegen Chiara di Dedda.

Renata Kohn qualifizierte sich als vierte ihrer Vorrundengruppe für eine zweite Gruppenphase um die Plätze 25 bis 32. Dort gewann sie alle drei Partien, wobei sie gegen Walesca Andrighetti den ersten Satz mit 0:12 abgab und dann trotzdem noch das Spiel drehte. Im spiel um Platz 25 unterlag die Marburgerin Agniesza Bardizika in drei Sätzen und wurde am Ende 26.

Elvira Osewald belegte in der ersten Runde Platz Fünf in ihrer Gruppe, obwohl sie die zweitplatzierte Sonia Tranchina in drei Sätzen niedergerungen hatte. In den weiteren Gruppenspielen reichte oftmals die Kraft nicht ganz. In ihrer Zwischenrunde ging es um die Plätze 33 bis 38. Hier siegte die Spielerin aus Frankfurt zwei Mal ohne Satzverlust. Platz 33 war es für sie am Ende, nachdem sie im Platzierungsspiel gegen ihre Landsfrau Brigitte Otto-Lange klar die Oberhand behielt. Otto-Lange landete in der Zwischenrunde zwei klare Siege, darunter auch das Duell mit Andrea Rippich aus Marburg. Im Spiel um Platz 33 war dann aber gegen Osewald nicht viel zu holen. Rippig konnte zwar kein Spiel bei diesem Turnier für sich entscheiden, sammelte jedoch wertvolle Erfahrungen bei ihrem ersten internationalen Auftritt, die ihr zukünftig sicher weiterhelfen werden. Neue Titelträgerin bei den Damen ist Jana Pesari aus Finnland, die gegen ihre Landsfrau Hanna Vilmi ein 0:2 in den Sätzen noch umbiegen konnte.

Bei den Herren wurden aus den 65 Teilnehmern zunächst 14 Gruppen gebildet. Die jeweils besten zwei aus jeder Gruppe zogen in die Runde der letzten 28 ein. Aus Deutschland waren in dieser Hinsicht besonders Tade Rosenfeld, Stefan Collet, Robert Glojnaric und Thorsten Wolf erfolgreich. Sie alle schafften es in diese Zwischenrunde. Dort wurden die 28 Spieler in vier Siebenergruppen eingeteilt, wovon die jeweils besten zwei ins Viertelfinale gelangten. Rosenfeld gewann drei seiner sechs Spiele und spielte damit um die Plätze 13 bis 16. Zwei weitere Siege verhalfen dem zweifachen deutschen Meister am Ende zu Rang 13. Im letzten siegte er in einer engen Partie in drei Sätzen gegen Teemu Ruohonen, gegen den es in der ersten Runde noch eine Niederlage gesetzt hatte.

Robert Glojnaric konnte in seiner Gruppe mit einigen absoluten Spitzenspielern zumindest das deutsche Aufeinandertreffen mit Stefan Collet siegreich gestalten. In der Runde um die Plätze 21 bis 24 ließ der Frankfurter Gianluca Russo in zwei Sätzen hinter sich, verlor das Spiel um Platz 21 allerdings klar gegen Pierre Bertrand. Collet gewann in der Zwischenrunde gegen den Slowenen Aleksander Sabo und konnte die Nummer Eins der Welt Peter Zidar einen Satz lang fordern. Im Kampf um die Plätze 25 bis 28 brachte sich der amtierende Vizemeister mit einem Zweisatzsieg gegen Raimonds Briezkalns aus Lettland in eine gute Position. Nach einer klaren Niederlage gegen Ondrej Kodet aus Tschechien stand Platz 26 als Endergebnis zu Buche. Thorsten Wolf konnte in der Zwischenrunde keinen Sieg holen und musste sich auch in seinen Platzierungsspielen geschlagen geben. Am Ende sichert sich der Berliner Platz 28 und erhält zwölf Punkte für die Weltrangliste.

Um die Plätze 29 bis 42 ging es für gleich vier Deutsche Spieler, die allesamt in ihrer Vorrundengruppe Platz Drei belegt hatten und nun zunächst in zwei Siebenergruppen weiterspielten. Die beste Figur machte dabei Horst Griffaton, der in dieser Runde ungeschlagen blieb und gegen den Belgier Jelle Stuer einen 0:1 Satzrückstand aufholte. Im Spiel um Platz 29 reichte es für Griffaton zwar nicht ganz gegen Alessandro Furioni, doch mit Rang 30 erhält er immerhin noch vier Weltranglistenpunkte. Murat Altunok siegte in der Zwischenrunde drei Mal und überwandt dann auch noch den Weißrussen Ihar Suhaka, was in der Endabrechnung Position 33 bedeutet. Im Spiel gegen Suhaka erholte sich der DM-vierte auch von einem verunglückten zweiten Satz, den er 0:11 verloren hatte. Kevin Barth bezwang in der Vorrunde überraschend den finnischen top 16 Spieler Teemu Ruohonen, hatte aber Pech und schaffte es trotz zwei Siegen aus drei Spielen nicht in die Runde der letzten 28. In der zweiten Gruppenphase verließ er noch zwei Mal als Sieger die Platte, bekam dann jedoch im Spiel um Platz 35 von Gabriele Battaglia klar die Grenzen aufgezeigt. Unglücklich lief es auch für Simon Janatzek. Er war bereits mit Problemen an seiner Schlaghand nach Tirrenia gereist, verletzte sich in der Vorrunde im Duell mit Thorsten Wolf dann aber noch weiter am Handgelenk, und konnte keine weiteren Spiele mehr bestreiten. Am Ende wurde er 42. An dieser Stelle gute Besserung.

Für die Runde um die Plätze 43 bis 56 qualifizierten sich vier deutsche Akteure, die ebenfalls wieder in zwei Gruppen zu je sieben Spielern verteilt wurden. Alfons Vollmer gewann in seiner Gruppe alle sechs Spiele und gab dabei nur einen Satz ab. Auch im Spiel um Platz 43 setzte sich der Paderborner klar gegen Fabrizio Palumbo durch. Andreas Schmitz hatte Pech bei der Auslosung und landete in einer sehr schweren Vorrundengruppe. Gegen die starken Pierre Bertrand und Murat Altunok konnte der Dortmunder jeweils einen Satz gewinnen, musste sich aber dennoch mit Platz Vier in seiner Gruppe begnügen. In der Zwischenrunde war er fünf Mal siegreich und belegt nach einem abschließenden Erfolg in drei Sätzen gegen Patrick Walterscheidt Rang 45. Walterscheidt marschierte bei seinem internationalen Debüt ebenfalls mit fünf Siegen aus sechs Spielen durch die Zwischenrunde. Gegen Andreas Schmitz holte der Newcomer aus Erlensee den ersten Satz, konnte danach aber nicht mehr richtig mithalten. Antonio Michienzi triumphierte zwei Mal in der zweiten Gruppenphase, wobei er sich gegen Andrea Bazzano nach einem 0:1 Rückstand wieder zurückkämpfte. Im Spiel um Platz 51 unterlag der Marburger dem Schweizer Marc Sommer in drei Sätzen. Michienzi gilt ein besonderer Dank, da er die Reise nach Italien für die komplette deutsche Delegation organisiert hat.

Für Stefan Lammertz war es ebenfalls das erste internationale Kräftemessen. Der Spieler aus Viersen spielte in seiner zweiten Gruppenphase um die Plätze 57 bis 65 und konnte dort zumindest zwei Sätze gewinnen. Im Spiel um Platz 63 landete „Lammi“ dann seinen ersten internationalen Erfolg, als er Walter Frei aus der Schweiz in zwei Sätzen bezwang. Turniersieger wurde am Ende der Pole Christian Kiesil, der gegen den Dauersieger Peter Zidar zwei Mal hinten lag, dann aber doch noch in fünf Sätzen gewann.

Anbei noch die besten drei von Herren und Damen und außerdem die Platzierungen aller deutschen Teilnehmer.

Damen:

• 1. Jana Pesari (Finnland)
• 2. Hanna Vilmi (Finnland)
• 3. Elzbieta Mielczarek (Polen)
• 7. Birgit Riester (Kassel)
• 13. Sabrina Schmitz (Dortmund)
• 15. Bettina Steffan (Kassel)
• 26. Renata Kohn (Marburg)
• 33. Elvira Osewald (Frankfurt)
• 34. Brigitte Otto-Lange (Moers)
• 38. Andrea Rippich (Marburg)

Herren:
• 1. Krystian Kiesil (Polen)
• 2. Peter Zidar (Slowenien)
• 3. Adrian Sloninka (Polen)
• 13. Tade Rosenfeld (Marburg)
• 22. Robert Glojnaric (Frankfurt)
• 26. Stefan Collet (Kassel)
• 28. Thorsten Wolf (Berlin)
• 30. Horst Griffaton (Kassel)
• 33. Murat Altunok (Moers)
• 36. Kevin Barth (Dortmund)
• 42. Simon Janatzek (Moers)
• 43. Alfons Vollmer (Paderborn)
• 45. Andreas Schmitz (Dortmund)
• 46. Patrick Walterscheidt (Erlensee)
• 52. Antonio Michienzi (Marburg)
• 63. Stefan Lammertz (Viersen)