Hessische Meisterschaft Showdown 2018

BSG Kassel feierte große Erfolge

geschrieben von Birgit Riester, Fotos von Georg Riester

Am Wochenende vom 08. bis 09. September 2018 wurden zum dritten Mal die hessischen Einzel- und Mannschaftsmeister im Showdown ausgespielt. Spieler und Spielerinnen der Standorte Frankfurt, Marburg und Kassel fanden sich im Zentrum für selbstbestimmtes Leben des fab e.V. in Kassel ein. Leider war die Teilnehmerzahl mit 11 Herren, 7 Damen und 6 Mannschaften in diesem Jahr geringer als in den beiden Vorjahren. Starke Hessen fehlten. So kamen neben 10 Personen, die an der DM 2018 teilgenommen haben und anderen Turniererfahrenen Spielern auch ein paar ganz frische Showdown-Begeisterte zum Einsatz. Hermann Schladt, der Fachwart für Showdown im Hessischen Behinderten- und Rehasportverband (HBRS) begrüßte alle herzlich und stellte in Aussicht, dass im nächsten Jahr auch der Standort Erlensee mit von der Partie sein wird.

Einzel der Herren
Die 11 Herren spielten im Einzel in zwei Gruppen jeder gegen jeden. Dabei kam es in Gruppe A zwischen den Frankfurtern Martin Osewald und Robert Glojnaric und dem Kasseler Stefan Collet zu einem spannenden Kampf um den Einzug ins Halbfinale. Nachdem Osewald seinen Team-Kollegen Glojnaric in drei Sätzen schlug, verlor er gegen den Kasseler mit gleicher Satzanzahl. Auch das Spiel Collet gegen Glojnaric ging über drei knappe Sätze. Mit dem letzten Tor entschied Glojnaric die Partie mit 11:9 für sich und errang damit hinter Collet und vor Osewald allein aufgrund des Torverhältnisses den zweiten Platz in der Gruppe.
Christoph Niehaus aus Marburg belegte mit zwei Siegen vor seinem neuen Vereinskollegen Sebastian Dellit mit einem Sieg, den 4. Platz seiner Gruppe. Auch Stefan Groß, der erst seit kurzem in Kassel spielt, konnte zumindest einen Satz gegen Dellit für sich entscheiden und dem einen oder anderen alten Hasen ein paar Tore einschenken.
In Gruppe B gewann Horst Griffaton (Kassel) alle Spiele, unter anderem auch gegen den Deutschen Meister 2016 Deniz Kürtoglu aus seinem Verein. Antonio Michienzi aus Marburg reihte sich nach Kürtoglu (3 Siege) mit Siegen über die Frankfurter Oliver Dietrich und Niklas Leonhardt auf Platz drei in der Gruppe ein.
Die Halbfinale der Herren, welche über drei Gewinnsätze gespielt wurden, bestritten somit am Sonntag Morgen Griffaton gegen Glojnaric und Collet gegen Kürtoglu.
Wird es ein reines Kasseler Finale geben oder kann Glojnaric aus Frankfurt mit einem Sieg über Griffaton den Einzug ins Finale klar machen?
Nachdem Griffaton den ersten Satz mit 12:5 gewann, glich Glojnaric im zweiten Satz mit 11:4 aus. Mit 12:2 und 13:10 konnte Griffaton aber auch die beiden folgenden Sätze für sich entscheiden und zog ins Finale ein.
Dort traf er wie in der Vorrunde auf Kürtoglu, welcher Collet ebenfalls in vier Sätzen im Halbfinale besiegte (11:5; 12:7; 6:11; 12:1).
Das Finale entwickelte sich zu einem wahren Krimi, der von den Spielern konditionell viel abverlangte.
Nachdem Griffaton im ersten Satz mit 11:7 in Führung ging, glich Kürtoglu im zweiten Satz mit 11:5 aus. Den hart umkämpften dritten Satz konnte am Schluss Kürtoglu mit 14:11 gewinnen. Griffaton zog aber im vierten Satz mit 12:8 wieder mit Kürtoglu gleich. Nachdem Kürtoglu bereits im entscheidenden fünften Satz mit 9:3 führte, kämpfte Griffaton sich wieder heran und gewann den Satz und somit auch das Match mit 12:10.
Im Spiel um Platz drei gewann Collet gegen Glojnaric und komplettierte das Kasseler Treppchen. Lediglich im ersten Satz bezwang der Frankfurter den Kasseler mit 11:8, die weiteren Sätze gingen mit 11:4; 11:8 und 12:7 an Collet.
Im Spiel um Platz 5 siegte Osewald gegen Michienzi. Den 7. Platz erreichte Niehaus mit einem Sieg über Dietrich. Die zwei fünftplatzierten der Vorrunde spielten zusammen mit dem 6. der Gruppe A in einer Gruppe die Plätze 9-11 aus. Der Frankfurter Leonhardt siegte hier gegen Groß und Dellit und belegte den 9. Platz. Dellit und Groß trennten sich diesmal mit einem Sieg von Groß, sodass dieser den 10. Platz erreichte.

Einzel der Damen
Die 7 Damen spielten jede gegen jede in einer Gruppe. Um die vorderen Plätze entbrannte wie erwartet ein spannendes Rennen zwischen den zwei Kasselerinnen Bettina Steffan und Birgit Riester und der Marburgerin Annika Hein. Steffan verlor zwar zunächst das erste Spiel am Morgen gegen ihre Vereinskollegin in drei Sätzen, schlug aber Hein später glatt in zwei Sätzen mit 12:10 und 11:7. Da Riester am Abend ihr Spiel gegen die Marburgerin knapp im dritten Satz mit 9:11 verlor, beendete Steffan als Gruppenerste die Vorrunde. Das Match Riester gegen Hein wird sich am nächsten Morgen wiederholen, da diese als Zweite und Dritte der Vorrunde in das Halbfinale einzogen. Steffan wird gegen die Viertplatzierte Anja Dehoff aus Frankfurt spielen, die mit Siegen über Renata Kohn und Andrea Rippich aus Marburg und Lydia Zoubek aus Frankfurt den vierten Platz erreichte. Kohn belegte mit zwei Siegen den 5. Platz. Rippich konnte sich mit einem Sieg über Zoubek den 6. Platz sichern.

Die Damen traten am Sonntag bereits um 8 Uhr wieder für die Halbfinale an die Platten. Steffan gewann zunächst den ersten Satz mit 12:9, Dehoff glich dann jedoch mit 15:12 aus. Den dritten Satz entschied Steffan deutlich mit 12:1 für sich und gewann mit dem gewonnenen vierten Satz mit 11:7 auch das Match und zog ins Finale ein. Auch Riester schaffte diesmal einen glatten Sieg über Hein (11:9; 11:1; 11:8), sodass sich auch im Damenfinale zwei Spielerinnen aus Kassel gegenüber standen.
Wer würde dieses Jahr hessische Meisterin werden? Kann Riester ihren Titel verteidigen oder wird sie von der Süd-Ost-Deutschen Meisterin 2017 abgelöst?
Das Finale entschied Riester in drei Sätzen (11:8; 11:7 und 11:6) für sich, da Steffan nicht in ihr sonst so taktisches und überlegtes Spiel gefunden hat, mit dem sie Riester im Training in letzter Zeit oft geschlagen hatte.
Hein begann im Spiel um Platz 3 sehr überlegen als Favoritin mit 12:0 im ersten Satz. Dehoff stand zum ersten Mal im Halbfinale. Sie konnte in den weiteren Sätzen mit 9 und 10 Gegenpunkten Hein zwar noch ins Schwitzen bringen, die Bronzemedaille war aber nie in Gefahr.

Mannschaftsmeisterschaft:
Hier traten je zwei Mannschaften aus Marburg, Frankfurt und Kassel in zwei Gruppen gegeneinander an. Gruppensieger wurden Frankfurt I mit Glojnaric, Osewald und Dehoff sowie Marburg I mit Hein, Kohn und Niehaus. Die Halbfinale bestritten Kassel I gegen Marburg I und Kassel II gegen Frankfurt I. Kassel I mit Riester, Collet und Kürtoglu konnten Marburg I mit 32:17 bezwingen. Die Partie der zweiten Kasseler Mannschaft bestehend aus Steffan, Tina Bohn und Griffaton gegen Frankfurt I entwickelte sich sehr ausgeglichen. Zum Teil ging Frankfurt auch in Führung. Am Schluss siegte jedoch Kassel über Frankfurt mit 32:27.
Somit standen auch im Mannschaftsfinale die beiden Kasseler Teams. Vor dem Seitenwechsel lief hier bei Kassel I alles schief und Kassel II zog schnell mit 16:2 davon. Der Traum, den Wanderpokal bei einem 3. Sieg behalten zu dürfen, rückte für Kassel I in weite Terne. Im Seitenwechsel erinnerten sich die Spieler daran, dass sie auch schon einmal einen Rückstand von 4:17 aufgeholt hatten und ermahnten sich zu voller Konzentration und Einsatz. Punkt für Punkt rückten Riester und Collet an ihre Vereinskollegen heran. Kürtoglu schaffte es in einer grandiosen Aufholjagd auf 21:21 auszugleichen. Riester übergab an Collet beim Stand von 27:25. Dieser ließ nichts mehr anbrennen und brachte Kassel I doch noch den Sieg mit 31:26.
Das Spiel um Platz 3 gewann Frankfurt I gegen Marburg I mit 31:24. Den 5. Platz erreicht Marburg II mit Michienzi, Dellit und Rippich gegen Frankfurt II mit Zoubek, Leonhardt, Dietrich und Siegemeyer.

Nach zwei langen Tagen dankte Hermann Schladt zunächst den Schiedsrichtern Manou Schadt, Alexander Dehoff, Richard Braul und Jonas Riester, die mit vier Schiedsrichtern auf drei Platten sehr viel Einsatz gezeigt haben. Eine größere Anzahl von Schiedsrichtern im hessischen Raum wäre hier wünschenswert und sollte von den Standorten angestrebt werden.
Schladt dankte auch Georg Riester, der als Kugelschreiber-EDV besser als jedes Computerprogramm die Ergebnisse dokumentiere und berechne.
Auch den ehrenamtlichen Helfern, die für die Verpflegung sorgten wurde herzlich gedankt.
Bei der Siegerehrung erhielt jeder eine Urkunde des HBRS, Die ersten drei Damen und Herren erhielten Medaillen und Pokale. Auch für die ersten drei Mannschaften wurden Medaillen des HBRS überreicht. Der Mannschaftssieger nahm einen Pokal für den Sieg entgegen und durfte den Wanderpokal behalten.

Ergebnisse:
Frauen
1. Birgit Riester (BSG Kassel)
2. Bettina Steffan (BSG Kassel)
3. Annika Hein (TSG Marbug)
4. Anja Dehoff (Blau-Gelb Frankfurt)
5. Renata Kohn (TSG Marburg)
6. Andrea Rippich (TSG Marburg)
7. Lydia Zoubek (Blau-Gelb Frankfurt)

Herren
1. Horst Griffaton (BSG Kassel)
2. Deniz Kürtoglu (BSG Kassel)
3. Stefan Collet (BSG Kassel)
4. Robert Glojnaric (Blau-Gelb Frankfurt)
5. Martin Osewald (Blau-Gelb Frankfurt)
6. Antonio Michienzi (TSG Marburg)
7. Christoph Niehaus (TSG Marburg)
8. Oliver Dietrich (Blau-Gelb Frankfurt)
9. Niklas Leonhardt (Blau-Gelb Frankfurt)
10. Stefan Groß (BSG Kassel)
11. Sebastian Dellit (TSG Marburg)

Mannschaft
1. BSG Kassel 1
2. BSG Kassel 2
3. Blau-Gelb Frankfurt 1
4. TSG Marburg 1
5. TSG Marburg 2
6. Blau-Gelb Frankfurt 1