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geschrieben von Antonius und Martina Reicksmann

Wir vom Showdown-Standort Bremen richteten am zweiten November-Wochenende 2021 den ersten Spieltag der Division B Herren beim Sportverein Bremen 1860 aus. Mit dem Spielbetrieb unter Corona-Bedingungen hatten wir aus dem Vorjahr bereits Erfahrungen gesammelt. Nun galt es, eine weitere Herausforderung zu meistern: Von den zwölf angemeldeten Spielern hatten kurzfristig vier krankheitsbedingt abgesagt. Das hatte zur Folge, dass von den 36 angesetzten Spielen nur 16 ausgetragen werden konnten. Wir entschieden deshalb, Christian Siegemeyer als Schiedsrichter abzusagen und einen komplett neuen Spieleablauf zu erstellen. Alle Begegnungen ließen sich unter Leitung von Kathrin Rosinsky, Sebastian Steffen und Manou Schad an zwei Platten innerhalb von fünf Stunden am Samstagnachmittag absolvieren.

Für einige Spieler wie Mario Rosenbaum, Eberhard Dietrich und Thomas Lehrmann bedeutete dies aber nahezu einen Dauereinsatz. Natürlich gab es Regenerationspausen. An dieser Stelle möchten wir uns nochmal ganz herzlich bei diesen drei Spielern für ihre Kooperation bedanken.

Ins andere Extrem ging es für Thomas Horn. Von seinen sechs Spielen konnte er nur zwei absolvieren, weil er gegen alle vier abwesenden Spieler hätte antreten müssen. Zudem lagen sie am Anfang und am Ende des Spieltages.

Trotz dieser ungewöhnlichen Bedingungen kam es zu packenden Begegnungen, die Manchmal erst im dritten Satz entschieden wurden. Alle Ergebnisse findet ihr auf

www.showdown-turnier.de

Faire Spiele und gute Verpflegung während des Turniers sorgten für eine freundschaftliche Atmosphäre. Mit einem gemeinsamen Abendessen in der Vereinsgaststätte „Cool down“ fand der Spieltag einen schönen Ausklang.

Wir freuen uns schon jetzt auf den 15. Und 16. Januar 2022 und hoffen, dass sich dann das komplette Teilnehmerfeld treffen kann.

Zwischenstand nach sechs von elf Spielen im Modus „Jeder gegen jeden“:

  1. Thomas Lehrmann, Bremen, 5:1
  2. Mario Rosenbaum, Hamburg, 5:1
  3. Thomas Horn, Marburg, 5:1
  4. Heiner Schad, Bremen, 4:2
  5. Thorsten Wolf, Berlin, 4:2
  6. Rainald Knauf, Bremen, 4:2
  7. Eberhard Dietrich, Berlin, 3:3
  8. Matthias Hübner, Berlin, 2:4
  9. Lutz Egeling, Quedlinburg, 0:6
  10. Moritz Bißwanger, Nürnberg, 0:6
  11. Michael Humbert, Paderborn, 0:6
  12. Nima Saleh-Ebrahimi, Dortmund, 0:6

geschrieben von Kevin Barth

Am 29. Und 30. Oktober wurden nach einem Jahr Pause wieder die European Top Twelve ausgetragen. Bei diesem Weltranglistenturnier treten jeweils zwölf der besten Damen und Herren gegeneinander an, wobei im Modus „jeder gegen jeden“ gespielt wird und jede Partie über drei Gewinnsätze geht. Erstmals richtete der französische Verband diese Veranstaltung aus. Gespielt wurde in Les Issambres in der Nähe von Nizza. Aus Deutschland gingen drei Spielerinnen und ein Spieler an den Start. Alle erzielten letztendlich beachtliche Ergebnisse im Vergleich mit absoluten Spitzenathleten dieses Sports.

Schmitz mit persönlicher Bestleistung

Bei den Damen erreichte Sabrina Schmitz mit Rang Vier ihr bislang bestes Ergebnis bei diesem Turnier. Nachdem sie zum Auftakt Elvina Vidot in vier sowie Bettina Steffan in fünf Sätzen unterlag, gab es trotz zwischenzeitlichem Rückstand einen hart erkämpften ersten Erfolg über Monika Szwalek (12:10, 9:12, 3:11, 11:5, 11:7). Auch gegen Piera Folino lag die Spielerin vom Standort Dortmund mit 1:2 zurück, bevor sie doch noch triumphierte (7:11, 11:8, 6:11, 12:10, 11:2). Auch im Duell mit Sonia Tranchina hatte Schmitz die Nase vorne, diesmal etwas deutlicher (2:12, 12:9, 12:5, 11:9). Gegen die spätere Gesamtsiegerin Hanna Vilmi war wenig auszurichten, so dass der erste Tag mit drei Siegen und drei Niederlagen ausgeglichen zu Ende ging.

Davon unbeeindruckt wies Schmitz etwa 15 Stunden später Agnieszka Bardzik mit 3:1 in die Schranken (11:6, 11:8, 9:11, 12:8). Über die volle Distanz behauptete sie sich gegen Anja Svendsen, wobei der dänischen Herausforderin zunächst zweimal der Ausgleich gelang (11:9, 2:12, 11:9, 6:12, 12:5). Hauchdünn war die anschließende Niederlage gegen Tiia Innos, wobei bei Schmitz ein wenig die Kräfte schwanden (8:11, 6:11, 12:10, 14:12, 10:12). Das machte sich umso mehr bemerkbar, als bei der 0:3 Niederlage gegen Graziana Mauro nichts zu holen war. Dafür sammelte sich Schmitz im letzten Spiel noch einmal und ließ Landsfrau Birgit Riester ohne Satzverlust hinter sich (11:8, 11:5, 12:8). Ein respektables Ergebnis für die mehrfache deutsche Vizemeisterin, die wie alle anderen Teilnehmenden ihres Landes seit nunmehr fast 20 Monaten kein Turnier mehr bestritten hatte.

Auch Steffan kann auf starken ersten Tag aufbauen

Bettina Steffan wurde am Ende Zehnte und konnte insgesamt vier Siege einfahren. Es gab schon Jahre, in denen eine solche Ausbeute durchaus für ein oder zwei Plätze weiter vorne gereicht hätte. Es ging in der Damenkonkurrenz 2021 jedoch besonders eng zu.

Eingangs landete Steffan einen Dreisatzsieg über ihre Vereinskameradin Birgit Riester (12:9, 12:5, 12:9) und auch beim knappen Sieg gegen Sabrina Schmitz war sie in den entscheidenden Momenten zur Stelle. Graziana Mauro musste im Duell mit der Hessin einem 1:2 Rückstand hinterherlaufen, die letzten beiden Sätze waren dann allerdings eine klare Sache für die Italienerin (10:13, 13:10, 13:11, 3:12, 2:11). Dafür kam Stefan gegen Tiia Innos wieder in die Erfolgsspur zurück (12:10, 12:8, 3:12, 13:10). Die erste Niederlage ohne eigenen Satzgewinn brachte ihr Anja Svendsen bei, bevor Agnieszka Bardzik wieder Steffans Kämpferqualitäten bei einem Fünfsatz-Sieg zu spüren bekam (6:12, 11:6, 8:11, 11:9, 11:9). Somit endete der erste Tag nach vier gewonnenen und zwei verlorenen Matches sehr positiv.

An Tag Zwei verkaufte sich die amtierende WM-Teilnehmerin beim Aufeinandertreffen mit Piera Folino teuer, konnte jedoch keinen Satz für sich entscheiden (8:11, 3:12, 10:12). Bei der 1:3 Niederlage gegen Sonia Tranchina kam eine zwischenzeitliche Aufholjagd zu spät. Hanna Vilmi war auch für Steffan in diesem Turnier nicht aufzuhalten, bevor gegen Monika Szwalek wieder mehr möglich gewesen wäre (10:12, 8:11, 7:12). Elvina Vidot sorgte letztendlich dafür, dass Steffan am zweiten Tag keinen Erfolg mehr hinzufügen konnte, doch überhaupt vier Partien bei einem solchen Wettbewerb zu gewinnen, ist aller Ehren wert.

Auch Riester mit Achtungserfolgen

Birgit Riester belegt in der Abschlusstabelle die elfte Position. Auch bei ihr muss man allerdings sagen: Mit drei erfolgreich bestrittenen Spielen dort zu landen, ist äußerst unglücklich. Nachdem sie im Auftaktmatch Bettina Steffan den Vortritt lassen musste, hatte sie in einem Krimi gegen Monika Szwalek das bessere Ende für sich (11:3, 11:2, 5:12, 7:11, 12:9). An Elvina Vidot gab es kein Vorbeikommen, aber dafür rang die Kasselerin Sonia Tranchina in fünf Sätzen nieder (11:5, 6:11, 11:9, 5:11, 11:8). Als eine von nur drei Spielerinnen überhaupt schaffte es Riester in der folgenden Begegnung, Hanna Vilmi einen Satz abzunehmen. Gegen Piera Folina ging nach zwischenzeitlichem Vorsprung zum Ende des ersten Tages wohl ein wenig die Kraft aus (11:9, 8:12, 7:12, 11:6, 4:12).

Anja Svendsen musste Riester im nächsten Spiel ohne Satzgewinn ziehen lassen, dafür gab es im Duell mit Tiia Innos wieder ein knappes Erfolgserlebnis (11:2, 12:6, 9:11, 5:11, 12:7). Zweimal schnupperte sie gegen Graziana Mauro an einem Satzgewinn, musste sich dann aber doch 0:3 geschlagen geben. Das Potential für mindestens einen entscheidenden fünften Durchgang hatte auch das Kräftemessen mit Agnieszka Bardzik, doch wieder war Riester die unterlegene (11:13, 3:12, 11:8, 9:11). Im ewig jungen Duell mit Sabrina Schmitz folgte ebenfalls noch eine Niederlage. Am Ende kann die Nordhessin aber durchaus Erfolgserlebnisse für sich verbuchen und nimmt sicher wertvolle Erkenntnisse für die zukünftigen Wettkämpfe mit nach Hause.

Rosenfeldt wie zu besten Zeiten

Zum zweiten Mal nacheinander hat Thade Rosenfeldt bei den Top Twelve einen hervorragenden dritten Platz erreicht. Wie auch schon 2019 gelangen ihm acht Siege, so dass er seine damals ergatterten 240 Weltranglistenpunkte verteidigen kann. Die lange Zwangspause hat also auch seiner Spielstärke keinen Abbruch getan.

Standesgemäß schlug der dreifache deutsche Meister zum Auftakt Jouni Viitamäki in drei Sätzen (11:5, 11:8, 12:3). Auch beim Match gegen Marco Carrai behielt er eine weiße Weste (12:0, 11:4, 12:2). Deniss Ovsjannikovs, der Rosenfeldt noch vor zweieinhalb Jahren in Pisa eine Lehrstunde erteilt hatte, hatte nun selbst einiges zu lernen und zog klar den Kürzeren (11:6, 11:4, 11:7). Jäh gebremst wurde dieser tolle Lauf von Ari Lahtinen, der für den Marburger immer noch schwer zu bespielen ist (9:11, 7:11, 10:12). Auch Adrian Sloninka gönnte Rosenfeldt keinen Satz und gleich darauf wartete auch noch Krystian Kisiel, der ihm bislang immer überlegen war. Doch diesmal drehte Rosenfeldt den Spieß um und triumphierte in fünf Sätzen (11:9, 10:12, 11:3, 8:11, 12:2).

Am nächsten Morgen nahm Deutschlands Nummer Eins auch die Hürde Mindaugas Dvylaitis recht souverän (12:9, 11:8, 11:6). Einen Dämpfer erhielt er von Juha Oikarainen, der nach fünf Sätzen die Nase vorne hatte (6:11, 11:3, 9:11, 12:3, 4:11). Pavol Kubosko ging gegen Rosenfeldt zunächst auch in Führung, wurde dann aber noch einmal eingefangen (6:11, 11:2, 11:7, 11:4). Das aufeinandertreffen mit Stefan Marcin war eine klare Angelegenheit für den Mittelhessen (12:2, 11:0, 12:6) und auch Piere Bertrand wurde zu guter Letzt klar bezwungen (11:5, 12:6, 12:3). Punktgleich mit dem Zweitplatzierten Sloninka kommt Rosenfeldt ins Ziel, er kann mit den besten der Showdown-Welt definitiv mithalten.

Man unterschätze niemals die Aufsteiger!

geschrieben von Christian Siegemeyer

Nach einem Jahr pandemiebedingter Pause startet endlich die langersehnte Einzelliga-Saison 2021/2022! Am Wochenende vom 23. und 24. Oktober erwiesen unsere Showdown-Freunde der BSG Kassel in den Räumlichkeiten des fab e.V. einmal mehr ihre Gastfreundschaft, als sie neun von zehn Herren der ersten Gruppe der Division A zu ihrem Spieltag empfingen. Der zehnte Spieler dieser Gruppe, Stefan Peters aus Viersen, war leider am Turnierwochenende terminlich verhindert.

...weiterlesen "Eröffnungs-Spieltag der Division A der Herren"

Von Andreas Schmitz und Kevin Barth

Am 30. Und 31. Juli fand im litauischen Vilnius ein internationales Weltranglistenturnier statt. Unter den 20 teilnehmenden Herren waren mit Andreas Schmitz und Kevin Barth auch zwei Spieler aus Deutschland. Für sie endete eine fast 17-monatige Wettkampfpause. Letztgenannter stellte dabei mit Rang Sechs eine persönliche Bestleistung auf.

Insgesamt wurde auf drei tschechischen Platten gespielt. Die 20 Spieler wurden in vier Fünfergruppen eingeteilt. Die beiden Erstplatzierten jeder Gruppe erreichten das Viertelfinale. Kevin Barth spielte in der Gruppe D zunächst gegen den in dieser Gruppe topgesetzten Pierre Bertrand. Im ersten Satz gelangen dem Linkshänder aus Frankreich direkt einige gute Aktionen und er konnte schnell mit 7:2 in Führung gehen. Trotz einiger längerer Ballbesitzphasen gelang es Barth nicht, richtigen Druck aufzubauen und er verlor diesen Satz deutlich mit 4:11. Der zweite Satz gestaltete sich wesentlich enger. Ständig wechselte bis zum Stand von 10:10 die Führung. Mit einem direkt verwandelten Service gelang Bertrand dann das entscheidende Tor zum Satz- und Matchgewinn.

Nach dieser Niederlage stand Barth somit direkt unter Druck, wollte er das Viertelfinale noch erreichen. Als nächstes ging es gegen den starken Slowaken Stefan Marcin. Von Beginn an konnte Barth hier innerhalb der Ballwechsel gut mithalten und vor allem mit seinem strukturierten Spiel den harten Schlägen seines Gegners Paroli bieten. Mit variablem Spiel nutzte er eine Schwäche in der Abwehr des Slowaken immer wieder aus, so dass er den ersten Satz mit 11:8 für sich entscheiden konnte. Im folgenden zweiten Durchgang lief es dann noch besser. Ohne Probleme gewann Barth diesen Satz und damit die Begegnung mit 11:3.

Ähnlich lief für den amtierenden DM-Vierten die folgende Begegnung gegen den Litauer Ernestas Kaciulis. Ohne in diesem Spiel je in Gefahr zu geraten entschied er das Match mit 12:8 und 11:4 für sich. In seinem letzten Gruppenspiel ging es nun um den Einzug ins Viertelfinale gegen Povilas Krapikas, ebenfalls aus Litauen. Den engen ersten Satz entschied Krapikas mit 11:9 für sich. Dieser konnte sich auch im zweiten Satz schnell absetzen und stand beim 10:5 schon fast im Viertelfinale. Nun drehte Barth noch mal auf und kam Punkt für Punkt heran. Beim Stand von 11:11 gelang ihm das entscheidende Tor und er rettete sich in den Entscheidungssatz. Auch hier geriet er wieder schnell in Rückstand und lag bereits mit 2:8 zurück. Mit dem Rücken zur Wand spielte er nun immer druckvoller und ließ keinen einzigen Punkt mehr zu. Er gewann den Satz schließlich mit 12:8 und feierte diesen Triumpf anschließend emotional. Somit stand der 28-jährige zum ersten Mal bei einem Weltranglistenturnier unter den letzten acht und konnte entspannt den Abend genießen.

Am folgenden Samstagmorgen musste Barth gegen den im Turnier topgesetzten Esten Alisher Hoshanijazov im Viertelfinale antreten. Das Match ging über drei Gewinnsätze. Im ersten Durchgang lag Barth bereits mit 5:9 zurück, kämpfte sich dann aber auf 10:10 heran, bevor Hoshanijazov den Satz mit 12:10 für sich entschied. Mit vielen Varianten und genauem Spiel konnte Barth im zweiten Satz seinen Gegner immer wieder unter Druck setzen und glich aus (11:6). Zunächst setzte sich diese Tendenz auch im dritten Durchgang fort. Barth führte gegen den Linkshänder aus Estland mit 6:4. Jedoch begann Hoshanijazov seinerseits nun immer druckvoller zu spielen und entschied den Satz mit 11:6 für sich. Im vierten Durchgang wurde die Dominanz des Favoriten immer größer und so gewann er diesen deutlich mit 11:2. Trotz der Niederlage war schon allein der Satzgewinn für Barth ein echter Erfolg in dieser Begegnung.

Nun spielte er weiter um die Plätze 5-8. Dort ging es zunächst gegen den hart schlagenden Finnen Juha Oikarainen. Auch hier wurde im Modus best-of-five gespielt. Der Finne legte im ersten Satz los wie die Feuerwehr und war fast nicht aufzuhalten. Mit viel Druck gewann er den Satz locker mit 11:4. Anschließend spielte Barth jedoch sein vermutlich bestes Match im Turnier. Durch sehr variables Spiel entschied er die Sätze zwei und drei ohne Probleme mit 11:6 und 11:1 für sich. Oikarainen konnte sich vor allem bei seinen eigenen Angriffsaktionen noch mal steigern und gestaltete den vierten Satz weitgehend ausgeglichen. Allerdings hatte er in der Abwehr weiter kein Mittel gegen die Angriffsbemühungen Barths parat. Beim stand von 9:8 gelang Barth ein gefühlvoller Schlag, mit dem der Finne nicht rechnete und somit gewann er den Satz und das Match mit 11:8. Insgesamt zeigte der gebürtige Schwabe hier eine spielerisch anspruchsvolle Leistung und ließ sich auch vom deutlich verlorenen ersten Satz nicht aus der Ruhe bringen.
In seiner letzten Begegnung wartete anschließend der Franzose Michael Lapaz. In dieser Begegnung gelang es Barth nur selten, kontinuierlichen Druck auf seinen Gegner auszuüben, der seinerseits mit sehr schnellem und hartem Spiel einen hohen Druck aufrechterhalten konnte. Folgerichtig gewann Lapaz das Match mit 11:6 und 11:2. Trotz dieser abschließenden Niederlage war der sechste Platz und die Siege gegen Topleute wie Stefan Marcin und Juha Oikarainen der sicherlich größte Erfolg in der bisherigen Showdown-Laufbahn von Kevin Barth.
Andreas Schmitz bekam es zunächst mit Alisher Hoshanijazov zu tun. Im ersten Durchgang konnte er dem großen Favoriten noch fünf Punkte abringen, doch im zweiten war gegen die Offensivpower des Esten kein Kraut gewachsen. Michael Lapaz musste gegen den Spielertrainer aus Dortmund vor allem im zweiten Satz einem knappen Rückstand hinterherlaufen. Schmitz verlor hier jedoch den Faden und damit auch das Match (5:12, 7:11). Gegen Nojus Vaicekauskas hielt der ehemalige DM-Siebte gut mit und konnte nach verlorenem ersten Satz klar mit 11:3 ausgleichen. Je länger die Partie dauerte, desto mehr hatte er jedoch mit dem Spiel des Kontrahenten Probleme und so wurde die Niederlage mit 12:7 besiegelt.

Zum Abschluss der Gruppenphase landete Schmitz immerhin einen Erfolg über Robert Lätt, die Nummer 21 der Welt. Der erste Satz verlief für den Wahl-Essener wie aus dem Bilderbuch, so dass er ihn sich mit 11:4 sicherte. Auch als Lätt besser in die Begegnung fand, hatte Schmitz immer eine passende Antwort und machte mit 11:9 schließlich alles klar. Er war so im Spiel vertieft, dass er dachte, dies wäre bereits der dritte Satz gewesen. So ging es am nächsten Tag um die Plätze 13 bis 16. Auch hier wartete mit Pavol Kubosko ein Spieler mit recht klangvollem Namen. Schmitz verkaufte sich teuer, gab zwar den ersten Durchgang nach 4:0 Führung mit 8:11 ab, lag aber wenig später mit 11:10 vorne. Auch kurz darauf bestand beim Stand von 13:12 die Chance zum Satzausgleich, doch es gelang nicht, einen weiteren Punkt zu erzwingen und Kubosko setzte sich schlussendlich dank wuchtigeren Schlägen mit 15:13 durch.
Christoff Eilers erwies sich ebenfalls mit 11:1 und 11:7 als zu stark, auch wenn Schmitz hier ebenfalls gute Phasen hatte. Im ersten Satz verwarnte der Schiedsrichter Eilers für das Schieben der Platte, hatte damit aber eigentlich Schmitz gemeint und erkannte deshalb kurz darauf nach erneutem Schieben ein Tor des Deutschen ab. An dieser Stelle große Anerkennung für die Fairness von Eilers und den französischen Zuschauern, die hier nicht versuchten, diese Aktion zu ihrem Vorteil zu nutzen. So gab es zumindest keine Strafpunkte für Schmitz, da der Schiedsrichter ja versehentlich beim Aussprechen der ersten Verwarnung den falschen Namen genannt hatte.

Auch die letzte Partie gegen Stefan Marcin war nicht von Erfolg gekrönt. Den ersten Durchgang dominierte der Slowake mit 11:2, anschließend machte Schmitz noch einmal mit guter Trefferquote auf sich aufmerksam. Beim Stand von 10:10 setzte sich Marcin jedoch entscheidend ab und erzielte drei Punkte nacheinander. Im letzten Ballwechsel hätte Schmitz durchaus noch den ein oder anderen taktischen Kniff in der Hinterhand gehabt, kam aber nicht mehr wirklich an den Ball. Am Ende landet er auf Platz 16 und ist damit nicht wirklich zufrieden. Insgesamt war das Niveau bei diesem Turnier aber auch recht hoch. So unterlag der spätere Turniersieger Jouni Viitamäki zum Beispiel zwischenzeitlich dem später letztplatzierten Josef Stöckli und schaffte es nur mit Mühe und Not ins Viertelfinale. Da Schmitz in Dortmund auch als Trainer tätig ist und sich nach der coronabedingten Zwangspause vor allem damit beschäftigt hat, war er verständlicherweise nicht bei 100 Prozent seines Spielvermögens.

Am Ende geht ein großer Dank an die Organisatoren der Lithuanian Blind Sports Association für einen reibungslosen und gut organisierten Turnierablauf. Das kleine deutsche Team konnte abseits der Spieltische auch weitere angenehme Kontakte zu anderen Nationen knüpfen. Besonders hervorzuheben sind hier die unterhaltsamen Abende mit den Teilnehmenden aus der Schweiz. Gegenseitige Spielbesuche gehörten hier natürlich auch dazu. Auch gute Gespräche mit französischen und finnischen Showdown-Verrückten trugen zu einem absolut erinnerungswürdigen Wochenende bei.

Alle Ergebnisse und Platzierungen können unter folgendem Link abgerufen werden: https://gameresultsonline.com/lithuanian-blind-sports-federation/international-showdown-tournament