Vom 14. - 18.08. fanden in Haninge, Schweden, die 2. Weltmeisterschaften im Showdown statt. Ca. 60 Spieler aus 15 Ländern traten im Einzel- und Mannschaftswettbewerb gegeneinander an.

Die deutsche Delegation trat mit drei Spielern an und schlug sich in Anbetracht der geringen Spielerfahrung beachtlich. Reinhard Winkelgrund aus Cottbus belegte als bester Deutscher den 24. Platz, Thorsten Wolf und Jürgen Beer, beide aus Berlin, die Ränge 30 und 31.

Gespielt wurde zunächst in einem Gruppenmodus mit jeweils gesetzten Spielern in jeder der sechs Gruppen. Am zweiten Wettkampftag spielten die ersten 18 männlichen und die ersten 8 weiblichen Spieler weiter um den Einzug in die Finals. Am Ende standen die vier besten Spieler dieser Saison im Halbfinale: Aleksander Sabo, Slovenien, Zebastian Modin, Schweden, Teemu Ruohonen, Finnland und Sven van de Wege, Niederlande. Sven hatte im Finale am Samstagabend die besseren Nerven und konnte Teemu in 3:1 Sätzen bezwingen. Zebastian wurde dritter, hat aber mit seinen 15 Jahren noch grosse Chancen einen Weltmeistertitel zu erringen.

Bei den Damen siegte Jana Führer, Slovenien, in einem langen Finale knapp mit 3:2 gegen Hanna Vilmi, Finnland. Die Leistungsdichte bei den Damen ist ebenso stark wie bei den Männern und es gab viele spannende Spiele zu sehen.

Jede Platzierung wurde ausgespielt, so dass jeder Spieler mindestens zwei Tage spielen konnte. Ein sehr fairer Spielmodus, den wir uns bei allen Turnieren wünschen würden.

Das Turnier wurde von Krister Olemno und seinem Team durchweg hervorragend organisiert. Die Spiele fanden direkt im Hotel statt, so dass die Wege kurz waren, die aktuellen Spielergebnisse konnten ständig auf einem Monitor eingesehen werden, die Verpflegung war gut, das Frühstück sogar ausgezeichnet.

Die Atmosphäre war entspannt und viele Freundschaften wurden geknüpft. Dieser letzte Aspekt ist wohl auch der wichtigste von allen und zeigt, wie Showdown die Menschen verbindet.

Weitere Informationen über die WM 2009 und Showdown in Schweden findet ihr unter www.showdownsweden.se

Im Zuge Weltmeisterschaften in Schweden wurde eine neue Interpretation der Regel 4.7 "Punkt bekommt ein Spieler, wenn sein Gegner den Ball stoppt, das Spiel aber nicht
innerhalb von 2 Sekunden weiterführt." eingeführt, die sehr differenziert angenommen wurde.

Nach der neuen Auslegung darf ein Spieler den Ball stoppen und anschliessend bis zu 5 mal sich selbst vorlegen bevor er zum Abschluss kommt. Das bedeutet, dass sich die 2 Sekunden einzig auf den Zeitraum des Stoppens beziehen und nicht auf die Vorbereitung des Angriffs. Natürlich ist dies keine Freikarte, um Spielverzögerungen zu erzeugen - ein solcher Versuch wird sofort bestraft.

Ich bin der Meinung, dass diese Interpretation eine Verbesserung der bisherigen Auslegung ist. Es werden dem technisch versierten Spieler damit völlig neue Möglichkeiten gegeben seinen Angriff zu planen und durchzuführen. Dem taktischen Element des Spiels kommt eine wesentlich gößere Bedeutung zu.

Die schwedischen Organisatoren haben dazu aufgefordert, diese neue Interpretation in alle Teilnehmerländer zu tragen und dort zu praktizieren.

Wir hatten überhaupt keine Vorstellung davon, wie unsere Präsentation von Tischball bzw. Showdown, wie dieser Sport international genannt wird, von den Teilnehmern des Louis-Braille-Festivals angenommen wird. Um so mehr freuen wir uns über den Riesenerfolg und die große Resonanz, die wir erzielt haben. ...Weiterlesen Blind Date in Hannover

Leichtsinn, Ehrgeiz, Neugier oder Wagemut, was hat uns veranlasst, zu diesem internationalen Turnier der besten Showdownspieler Europas zu fahren? Wahrscheinlich war es von allem etwas, vermischt mit der Euphorie der Berliner Tischballtage im letzten Mai, die der BBSV ausgerichtet hatte. Auf jeden Fall wollten wir miterleben, wie andere europäische Nationen den Sport Showdown - bzw. zu deutsch Tischball oder Tischtennis für Blinde – erfolgreich betreiben und natürlich von ihnen lernen. Wir, das sind Reinhard Winkelgrund in Begleitung seiner Frau Gerlind, Andrea und Detlef Vulprecht als Mitglieder des BBSV sowie Jürgen Beer, der erst bei unserem Workshop im Mai Bekanntschaft mit diesem Sport gemacht hat und seinen Freund Stefan Wimmer als Schiedsrichter für das deutsche Team gewinnen konnte.

Die Vernunft sagte uns, dass wir mit den Großen des Showdown-Sports noch nicht konkurrieren können, aber wir wollten wissen, wie weit wir schon fortgeschritten sind und woran wir noch besonders arbeiten müssen. Dann sind da noch viele andere Fragen gewesen: Wie ist dieser Sport woanders organisiert? Wo bekommen die Teams ihre Showdown-Platten her? Was verwenden die anderen Spieler für Schläger? Wie verhält es sich inzwischen mit den neuen Regeln, die erst seit dem 01.05.2009 gelten? Und noch viele Fragen mehr.

Teilgenommen haben an diesem großen Showdown-Turnier 15 Frauen und 40 Männer aus acht Nationen: Holland, Schweden, Finnland, Tschechische Republik, Slowakei, Italien, Dänemark und Deutschland.
Die ganze Veranstaltung fand in der Sportfakultät der Prager Karlsuniversität statt, wo wir auch untergebracht waren. Viele der Teilnehmer kannten sich schon von früheren Turnieren und freuten sich über das Wiedersehen in Prag. Auch wir haben einige Bekannte aus Holland und Tschechien getroffen, die uns schon als ihre Sportfreunde begrüßten. Wir konnten uns mit einem lustigen Mix aus Deutsch und Englisch gut verständigen.
Für uns waren die Spielergebnisse zwar nicht völlig unwichtig, doch noch viel interessanter war wohl das ganze Umfeld und die Atmosphäre während dieser Tage; liebenswerte Eigenheiten. Dort, wo sich die italienische Mannschaft aufhielt, war „Little Italy“, und die Slowaken haben bis in die Frühe um 3.00 Uhr begeistert ihr Volksliedergut mit einer Inbrunst durch das ganze Haus geschmettert, dass man ihnen einfach nicht böse sein konnte. Die Finnen waren ganz verrückt nach dem tschechischen Bier, und die schwedische Mannscaft trat bei den Spielen ihrer Kollegen immer in Gruppen auf, um sie mit Beifall zu bestärken.

Wir haben uns intensiv die tschechischen Platten angesehen und natürlich auch ziemlich strapaziert. Nach den neuen Regeln dürfen die Schläger insgesamt nur noch 34 cm lang sein. Für alle Fälle gab es auch neue Schläger vor Ort zu kaufen.
Unsere Mutprobe haben wir insofern bestanden, dass wir jeder ein Spiel gegen die routinierten Showdowner gewinnen konnten und sogar noch einige Einzelsätze, für die es jeweils einen Punkt gab.
Leider wurde ein anderes System gespielt, als wir es in Holland kennen gelernt hatten, so dass nicht alle Plätze ausgespielt wurden.

Und dann gab es am letzten Tag großes Finale mit allem, was dazugehört. Es ging los mit dem Frauenfinale (Holland, Finnland), dann zum Männerfinale (Schweden, Tschechische Republik) und steigerte sich zum Höhepunkt: Die Erste der Frauen trat gegen den Ersten der Männer an. Da lag Hochspannung in der Luft. Am Ende siegte die holländische Frauenpower über die vielversprechende schwedische Jugend. Und wie es sich gehört, gab es eine Siegerehrung mit Pokalverleihung und Abspielen der Nationalhymnen. Es war also ein gelungener Abschluss des Turniers, bei dem nicht alles so ablief, wie es eigentlich geplant war.

Als Resultat für die deutschen Turnierteilnehmer kann festgestellt werden, dass wir sehr viel Neues erfahren haben und das Gelernte unbedingt für unser eigenes Training übernehmen wollen. Auch diesmal sprang der Funke der Begeisterung über, so dass Thorsten, Jürgen und Reinhard spontan beschlossen haben, zur Weltmeisterschaft im August nach Schweden zu fahren.
Wünschen wir Ihnen dafür viel Erfolg, interessante Eindrücke und Begegnungen sowie eine ruhige und feste Schlaghand.