Der Lucky Punch entscheidet oft
geschrieben von Christian Siegemeyer
Am 25. und 26. Oktober 2025 startete die Division B mit einem Damen- und einem Herren-Spieltag in von der TU Dortmund zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten. Fünf Spielerinnen und acht Spieler ließen es an diesem Wochenende an der Platte richtig krachen. Die Damenrunde trat leider unvollständig an, weil die Bremerin Wibke Römmling kurzfristig krankheitsbedingt ausgefallen war. Hierdurch erhielten die anderen fünf Spielerinnen bereits einen Tabellenpunkt gutgeschrieben. Nach der Begrüßung und der Materialkontrolle ging es auch direkt los.
Die Viersenerin Zofia Stachowiak ist die Vorjahres-Aufsteigerin aus der C-Division West. Die junge Nachwuchsspielerin konnte an diesem Wochenende nun ihre ersten Erfahrungen in einer höheren Liga sammeln. Sie blieb an ersten Spieltag bei dem einen von Römmling kampflos erlangten Siegpunkt, zwang allerdings Martina Reicksmann (Bremen) im ersten Durchgang in die Satzverlängerung und gestaltete den ersten Satz gegen Anja Cirar ebenfalls knapp. Alles in allem konnte sie gegen alle ihre Kontrahentinnen punkten und bekam wertvolle Impulse für ihr Training mit auf den weiteren Weg.
Andrea Rippich (Marburg) legte einen fulminanten Start hin, indem sie der Nürnbergerin Anja Cirar, die in der letzten Saison nur knapp den Aufstieg verpasste, das Match in drei Sätzen abnahm. Auch Reicksmann zwang sie in die dritte Runde. Rippich zeichnet sich durch eine extreme Kämpfermentalität aus, durch die sie immer wieder zurückkommen kann. Durch ihren deutlichen Sieg gegen Stachowiak in ihrem letzten Spiel nahm sie drei Zähler für die Tabelle mit. Ihre Ausgangslage für den finalen Spieltag ist damit hervorragend! In der letzten Saison bekleidete sie einen Abstiegsplatz, ist aber durch die Abmeldung zweier Spielerinnen von der Einzelliga wieder in die Division B zurückgerückt. Mit ihrem aktuellen Zwischenergebnis hat sie sehr gute Chancen auf den Klassenerhalt!
Auch Brigitte Otto-Lange (Moers) bekleidete in der Vorsaison einen Abstiegsplatz und war aus demselben Grund wie Rippich wieder in die Division B zurückgerückt. Mit zwei dominanten Siegen gegen Stachowiak und Rippich brachte sie sich nun mit drei Tabellenpunkten wieder souverän ins Geschehen und stand sogar kurz davor, gegen Reicksmann einen weiteren Siegpunkt zu ergattern. Otto-Lange behielt in ihren Spielen bis zuletzt die Ruhe und kombinierte schnelles Spiel mit sauber platzierten Schlägen in die Kurven ihrer Gegnerinnen. Für den Klassenerhalt hat Otto-Lange mit ihren drei Siegen ebenfalls solide vorgelegt!
Die Bremerin Martina Reicksmann hatte an diesem Wochenende hart zu kämpfen. Rippich nahm ihr in ihrer ersten Begegnung einen Satz ab und ihre nächste Kontrahentin Stachowiak zwang sie im ersten Durchgang in die Satzverlängerung. Es ist ihrer großen Erfahrung zu verdanken, dass Reicksmann ihr Spiel im zweiten Satz umstellen konnte, um diesen mit einem klaren Ergebnis für sich zu entscheiden. Anja Cirar war die einzige Spielerin, gegen die sie das Match verloren hat, allerdings wurde es in ihrem abschließenden Duell gegen Otto-Lange extrem eng! Nachdem Reicksmann den ersten Satz mit 11:4 souverän nach Hause brachte, drehte Otto-Lange in der darauffolgenden Runde den Spieß mit 4:12 um. Im entscheidenden Durchgang war nun endgültig zu erkennen, dass sich die beiden Sportlerinnen an der Platte sehr gut kennen. Reicksmann hatte am Schluss mit 11:9 das glücklichere Händchen.
Anja Cirar hat in der vergangenen Saison nur knapp den Aufstieg verpasst, so dass sie im Vorfeld als Aufstiegskandidatin betrachtet wurde. Dieser Erwartung wurde die Nürnbergerin definitiv gerecht. Ihr erstes Match gegen Rippich verlor sie im dritten Durchgang, gewann aber ihre anderen Spiele ohne Satzverlust. Hierbei zeigte sie eine deutliche Leistungssteigerung in den zweiten Sätzen. Cirar zeichnet sich an der Platte dadurch aus, dass sie die Ruhe behält und ihre Abwehr sehr stabil ist, wodurch ihre Gegnerinnen einiges an Geduld aufbringen mussten, um bei ihr zu punkten.
Das Viersener Urgestein Stefan Lammertz blieb in allen Begegnungen sieglos, gleichwohl hatte er seine Momente, die seinen Gegnern wieder ins Gedächtnis kommen dürften, wenn sie das nächste Mal gegen Lammertz den Schläger kreuzen. So drehte er nach einen klaren Satzverlust gegen Oliver Kai (4:12) richtig auf und erkämpfte sich den Satzausgleich mit 11:8. Das Kopf-an-Kopf-Rennen im entscheidenden Durchgang gestaltete er dann sehr knapp, auch wenn er sich schließlich mit 8:11 geschlagen geben musste.
Auch wenn nur ein einzelner Sieg in der Spieltagsbilanz nicht gut aussieht, so ist die Leistung des Stammligisten in der Division B Heiner Schad (Bremen) mehr als beachtlich, denn der Rechtshänder war verletzungsbedingt dazu gezwungen, einen Großteil seiner Ballwechsel an diesem Wochenende mit links zu spielen. Gegen seinen Teamkameraden Rainald Knauf sowie den Nürnberger Bernd Dorer war er jeweils im zweiten Satz nur einen Torschuss vom Satzsieg entfernt und zwang Stefan Peters sowie Nils Hildebrandt und Oliver Kai in die dritte Runde. Gegen Kai gewann er den ersten Satz sogar mit 12:0! Seinen Siegpunkt erspielte er sich von Lammertz, so dass er nicht mit leeren Händen ausging.
Nachdem der Düsseldorfer Nils Hildebrandt vor zwei Saisons wieder in der Einzelliga an den Start gegangen war, ist er nun einer der Aufsteiger aus den C-Divisionen. Seine langjährige Erfahrung als Showdown-Spieler brachte er erkennbar an die Platte: Er bezwang Lammertz und Schad, die beide von Anfang an mindestens in der Division B gespielt haben und nahm Oliver Kai ebenfalls einen Satz ab. Peters und Dorer brachte er zudem in jeweils einem Satz ins Zittern, da er diese nur sehr knapp abgab. Hildebrandts Verteidigung brachte seine Gegner durchweg zur Verzweiflung.
Stefan Peters (Viersen) war in der letzten Saison an der Teilnahme an seinem ersten Spieltag gehindert und dadurch auf einem regulären Abstiegsplatz gelandet, obwohl er am finalen Spieltag eine gute Leistung gezeigt hatte. Durch Abmeldungen von der Einzelliga ist er wieder in die Division B zurückgerückt, so dass er an diesem Wochenende wieder durchstarten konnte. Dies ist ihm gelungen. Peters hat Lammertz, Hildebrandt und Dorer ohne Satzverlust in die Knie gezwungen. Gegen Schad musste er in den Entscheidungssatz, sicherte sich dort aber souverän den vierten Tabellenpunkt. Gegen Kai und Knauf ging es ebenfalls in die dritte Runde, allerdings hatte er dort beide Male trotz Kampf auf Augenhöhe das Nachsehen: Er gab beide Matches mit 10:12 bzw. 9:11 ab. Alles in allem hat Peters bewiesen, dass er definitiv in eine höhere Liga gehört.
Der Bremer Rainald Knauf spielt seit dem Beginn der Einzelliga in Division B. Bereits in der vergangenen Saison ist aufgefallen, dass sich Knaufs spielerische Leistung verbessert hat. In seinen Duellen gegen Lammertz, Peters und Hildebrandt hat er bewiesen, dass er Spiele drehen kann, denn in allen drei Spielen hat er den ersten Satz noch verloren, dann aber jeweils nach dem dritten Durchgang die Tabellenpunkte einkassiert. Hierbei war es besonders gegen Peters mit 9:12, 11:7 und 11:9 durchweg ein Gefecht auf Augenhöhe. Mit insgesamt vier Siegen dürfte Knauf der Klassenerhalt mehr als sicher sein. Wer weiß, wie weit er noch nach oben kommt!
Dieselbe Frage stellt sich bei Oliver Kai (Moers), der diesen Spieltag mit fünf Siegen abgeschlossen hat. Seine Gegner haben ihn hierfür aber hart arbeiten lassen! In allen Spielen, in denen Kai siegreich war, ging er in den dritten Durchgang. Gegen Hildebrandt, Knauf und Schad gestaltete er die dritten Sätze deutlich, aber gegen das Viersener Duo Peters und Lammertz blieben die Matches bis zuletzt offen (12:10 bzw. 11:8 im finalen Durchgang). Oliver Kai ist in der letzten Saison zum ersten Mal in der Division B angetreten. Mit seinen fünf Tabellenpunkten ist Kai ein Aufstiegskandidat in die Division A.
Bernd Dorer (Nürnberg) hat in seiner zweiten Saison in der Division B eine super Leistung gezeigt! Nachdem er gegen Rosenfeldt zwar verloren, sich aber durchaus gut geschlagen hat, erspielte er sich seine darauffolgenden fünf Tabellenpunkte ohne Satzverlust. In den Sätzen mit einem sehr engen Ergebnis bewies Dorer viel Nervenstärke. In seinem letzten Match wurde er von dem Peters in seinem Lauf gestoppt, was seiner bewiesenen Spielklasse aber keinen Abbruch tut. Auch Dorer ist nun völlig zu Recht einer der Aufstiegskandidaten in die Division A.
Dass der Marburger Thade Rosenfeldt in die Division A gehört, ist für Showdown-Germany mehr als offensichtlich. In der vorigen Saison war er an seinen beiden Spieltagen der Division A an der Teilnahme verhindert, so dass er sich in der aktuellen Saison nun erst wieder in die Topliga hochspielen muss. Dorer und Kai nahmen ihm in jeweils einem Satz sieben bzw. acht Punkte ab, ansonsten ließ unser Ausnahme-Athlet niemals mehr als drei Gegenpunkte zu. Rosenfelds Spiel war wir immer beeindruckend anzusehen!
Alle Anwesenden bedankten sich bei den Schiedsrichtern Thomas Neue, Viktoria Reul-Kallenberg und Christian Siegemeyer sowie dem Turnierleiter Andreas Schmitz. Melanie und Sandra Forke sowie die neue Dortmunder Spielerin „Charly“ übernahmen die Versorgung mit belegten Brötchen, Kuchen, Kaffee und Wasser, worüber sich alle sehr gefreut haben! Auch ihnen gilt ein herzlicher Dank!
Es folgen die Tabellen nach dem ersten Spieltag:
Damen:
1. Anja Cirar (Nürnberg, 4 Siege)
2. Martina Reicksmann (Bremen, 4 Siege)
3. Brigitte Otto-Lange (Moers, 3 Siege)
4. Andrea Rippich (Marburg, 3 siege)
5. Zofia Stachowiak (Viersen, 1 Sieg, letzte Saison in Division C)
6. Wibke Römmling (Bremen, 0 Siege)
Herren:
1. Thade Rosenfeldt (Marburg, 7 Siege, letzte Saison in Division A)
2. Bernd Dorer (Nürnberg, 5 Siege)
3. Oliver Kai (Moers, 5 Siege)
4. Rainald Knauf (Bremen, 4 Siege)
5. Stefan Peters (Viersen, 4 Siege)
6. Nils Hildebrandt (Düsseldorf, 2 Siege, letzte Saison in Division C)
7. Heiner Schad (Bremen, 1 Sieg)
8. Stefan Lammertz (Viersen, 0 Siege)
