Willkommen, Koblenz!
geschrieben von Christian Siegemeyer
Am 7. und 8. März wurde das Maximilian-Maria-Kolbe-Haus in Viersen einmal mehr Schauplatz unseres schönen Sports! Acht Damen und 16 Herren gingen mit ihren Coaches und Begleitpersonen an den Start, um in der Division C des Westens ihre Kräfte zu messen. Anders als in den letzten Jahren wurde in dieser Saison entschieden, dass die Divisionen C der Damen und Herren zusammen auszutragen. In der ersten Runde, die am Samstag gespielt wurde, waren die Damen in zwei und die Herren in vier Vierergruppen eingeteilt. Am Sonntag in der zweiten Runde kamen die Erst- und Zweitplatzierten aus der ersten Runde erneut in einee Vierergruppe, um die Plätze Eins bis Vier zu ermitteln, wobei jede Spielerin das Spiel gegen die Gegnerin, die mit ihr in derselben Gruppe angetreten ist, mitgenommen hat. Mit den Dritt- und Viertplatzierten, die um die Plätze Fünf bis Acht gespielt haben, wurde analog verfahren. Bei den Herren bildeten in der zweiten Runde die Gleichplatzierten aus der ersten Runde wieder eine Vierergruppe, in denen entsprechenden Platzierungen ausgespielt wurden. Sehr erfreulich war, dass an diesem rasanten Wochenende sowohl Neulinge angetreten sind als auch bei den Athleten mit Vorerfahrung sportliche Weiterentwicklungen zu beobachten waren.
In Gruppe A der Herren wurden die Spiele allesamt in zwei Sätzen entschieden, wobei sie fest in Moerser Hand war: Mustafa Egin, der Favorit der Gruppe, setzte sich souverän an die Spitze und Stefan Tissen fuhr zwei Siege ein. Der Koblenzer Christoph Schares zeigte eine beeindruckende Leistung bei seinem Debüt in einem offiziellen Turnier. Er bezwang Rolf Herfs vom gastgebenden Standort mit einem klaren 12:4 und 12:6 und bescherte dem Moerser Duo jeweils einen engen Satz (9:11).
Auch in Gruppe B setzte sich der Gruppenfavorit Mario Mandel (Moers) ohne Satzverlust durch. Der Dortmunder Oleg Belousov hatte für den Gruppenzweiten schon mehr zu kämpfen. Nachdem er den ersten Satz gegen Stefan Menzel (Viersen) noch unproblematisch mit 12:5 gewann, wurde es im zweiten Satz mit 12:10 sehr eng! Gegen den Koblenzer Ingo Leyendecker verlor Belousov sogar den ersten Durchgang, dominierte dann aber die nächsten beiden Sätze haushoch. Menzel bezwang Leyendecker deutlich und wurde somit Dritter der Gruppe.
In Gruppe C ging dann wieder kein Spiel in den dritten Satz. Michael Humbert und Julian Kai (Paderborn bzw. Moers) waren die beiden Favoriten für die obere Hälfte der Gruppe, und in der Tat bezwangen sie ihre Kontrahenten Philipp Wallenborn (Viersen) und den Koblenzer Klaus Sommer in deutlichen Sätzen. Zwischen Humbert und Kai hätte den Erwartungen nach die Begegnung durchaus in den dritten Satz und sehr knapp ausgehen können, doch Humbert erwies sich als sehr stark an diesem Samstag. Er trumpfte gegen Kai auf mit 11:2 und 12:10.
Die Gruppe D war im Vorfeld am schwierigsten abzuschätzen, was die unteren drei Plätze anbelangt. Der Düsseldorfer Murat Altunok wurde seiner Favoritenrolle gerecht, gab aber einen Satz an Eric Klumb (Moers) ab. Gruppenzweiter wurde der erst 15-jährige Felix Coopmans (Moers), der auch in der Showdown-AG von Andreas Schmitz trainiert und nun sein erstes Turnier bestritt. Seine beiden Siege gegen Klumb und den Koblenzer Helmut Schmitz musste er sich aber eisern erkämpfen: Klumb packte er mit 4:11, 12:9 und 12:8, und auch gegen Helmut Schmitz hieß es Kämpfen bis zuletzt (5:12, 11:1, 12:8)! Beachtlich ist allerdings, dass sich Helmut Schmitz gegen Klumb in seinem ersten Turnier in zwei klaren Sätzen behauptete.
Während die Ergebnisse bei den Herren alles in allem recht eindeutig ausfielen, wurde es bei den Damen schon knapper. Es galt hierbei, mindestens Gruppenzweite zu werden, um in die Runde der Top Vier der Damen zu kommen. Die Gruppe A sorgte für besonders viel Verzögerung im Spielplan: Die Koblenzerin Elisabeth Knauff wollte anscheinend „etwas bekommen für ihr Geld“: alle ihre drei Spiele gingen in den dritten Satz, und dort wurde es jeweils eng! Ihre Partie gegen die Dortmunderin Daniela Janatzek, die nach einer längeren Showdown-Pause nun wieder zurück im Turniergeschehen ist, entschied letztendlich darüber, wer von den beiden Athletinnen das Oberhaus erklimmt. In diesem Spiel war bis zum Schluss alles offen. Knauff setzte sich durch mit 12:10, 11:14 und 13:11. Jana Humble (Düsseldorf) bezwang Knauff im dritten Durchgang mit 11:9, dominierte aber Janatzek und die Viersenerin Stephanie Peiffer souverän.
Regina Schmitz (Koblenz) überragte in der Gruppe B der Damen, indem sie nie mehr als sechs Gegenpunkte pro Satz zuließ. Ihre Teamkollegin Klaudia Kohlmann musste für Platz Zwei in der Gruppe schon härtere Gefechte überstehen. Jessica van Bebber (Düsseldorf) und Barbara Lemke vom gastgebenden Standort gingen beide gegen Kohlmann zunächst in Satzführung, doch beide Male drehte Kohlmann das Spiel. Die dritten Sätze waren beide unproblematisch für Kohlmann, doch gegen van Bebber erzielte sie im zweiten Durchgang mit 11:9, so dass auch in dieser Gruppe der zweite Platz am härtesten umkämpft war.
Am Samstagabend waren die ersten Ausrufezeichen gesetzt und besonders die Koblenzer haben sich eindrucksvoll ins Gespräch gebracht: Zwei der vier Koblenzer Herren hatten bereits mindestens Rang zwölf sicher und die drei Koblenzerinnen sollten am nächsten Morgen ins Rennen um den Aufstieg gehen! Doch für den Moment war alles geschafft und der Samstag fand seinen Ausklang mit einem gemeinsamen Restaurantbesuch. Dies war und ist immer wieder eine Wohltat, da dies die Geselligkeit, aber auch den Austausch insgesamt fördert. An diesem Abend bot sich hier allen Anwesenden die Möglichkeit, das Koblenzer Septett näher kennenzulernen.
Am Sonntagmorgen war die Turnierstimmung bei jedem einzelnen spürbar, der die Spielstätte betreten hat. Jeder und jede wollte noch so viel wie möglich aus dem Turnier herausholen, und dementsprechend rasant ging es direkt weiter!
In der Gruppe um die Plätze 13 bis 16 war Eric Klumb zwar in allen drei Spielen siegreich, jedoch nahmen ihm Herfs und Sommer jeweils den ersten Durchgang ab. Es ist Klumbs Erfahrung zu verdanken, dass er sich in beiden Begegnungen im dritten Satz durchsetzen konnte. Sommer, Leyendecker und Herfs wiederum schlugen sich in in jeweils drei Sätzen im Kreis, sodass erst die spezialisierte Punktdifferenz entschieden hat, dass Leyendecker und Sommer noch die Plätze 14 bzw. 15 erreichten.
Deutlicher fielen die Ergebnisse in der Gruppe um die Plätze Neun bis Zwölf aus. Schmitz und Wallenborn bezwangen Schares und Menzel deutlich. Christoph Schares, der sich im Laufe des Turniers zusehends steigerte, dominierte Menzel klar, während Schmitz seinen Kampf um Platz Neun gegen Wallenborn mit 9:12, 12:9 und 12:6 durchweg spannend gestaltete. Der Koblenzer Helmut Schmitz gelang damit ein sehr beachtliches Debüt.
Die Gruppe um die Plätze Fünf bis Acht lässt sich mit Fug und Recht als Jugendgruppe bezeichnen. Stefan Tissen blieb hier ohne Satzgewinn, verbuchte aber immerhin eine Steigerung vom Vorletzten der letzten Saison auf Platz Acht. Die Youngsters dieses Turniers Oleg Belousov (Anfang 20), Julian Kai (18) und der 15-jährige Turnier-Neuling Felix Coopmans wiederum schlugen sich im Kreis, wobei Coopmans gegen Belousov nur zwei Durchgänge für den Sieg brauchte. Aber die anderen Spiele hatten es in sich! Belousov bezwang Kai mit 11:9, 2:11 und 12:5, und Kai erkämpfte sich seinen Sieg gegen Coopmans mit 4:11, 11:8 und 11:8. Die spezialisierte Satzdifferenz ergab schließlich, dass der jüngste Spieler dieses Turniers Felix Coopmans einen beeindruckenden fünften Platz erreichte!
Wenn es ein Attribut gibt, dass Coopmans beschreibt, dann ist es Coolness! Jedes gute Turnier hat mindestens eine Anekdote, und an diesem Wochenende lieferte er ebendiese! In seinem Match gegen seinen Vereinskameraden Tissen fackelte er nicht lange und prügelte Tissen mit 7:0 an die Wand, so dass dieser direkt Time Out nahm. Coopmans Coach Dennis Kapp fragte ihn direkt, ob er etwas trinken wolle. Coopmans war seine extreme Verwirrung deutlich anzumerken, als er für alle gut hörbar und maximal authentisch entgegnete: „Wieso? Ich bin doch erst seit drei Minuten hier!“. Neben Tissen war die Person, die daraufhin am meisten zu bedauern war, der Autor dieser Zeilen, der als Schiedsrichter dieses Spiels ernst bleiben musste (was ihm sogar gelang – für ganze fünf Sekunden...). Diese Anekdote sorgte im Nachgang dieses Spiels für einige Lacher im Aufenthaltsraum der Spieler, und zwar auch von Tissen, der nach dem Spiel selbst darüber lachen musste. In erster Linie freuten sich alle über Showdown-Nachwuchs!
Bei aller Herzlichkeit im Miteinander schauten jedoch alle auf die Gruppe der Top Vier! Murat Altunok (Düsseldorf) war in den letzten Saisons, in denen er teilgenommen hat, immer der unglückselige Zweite geworden, der damit jedes Mal den Aufstieg knapp verpasste. Mustafa Egin, der Vorjahres-Dritte, blieb in der Finalrunde ohne Zähler für die Tabelle, doch Mario Mandel (Moers) setzte sich erst mit einem Lucky Punch im dritten Satz gegen den Paderborner Michael Humbert durch (9:12, 12:5, 12:10). Dass dieses Duell spannend werden würde, war abzusehen, denn einerseits ist Mandel ein sehr fokussierter und sehr kontrollierter Spieler, Humbert hingegen sehr schnell mit harten Konterbällen. Altunok blieb durchgängig eindeutig in seinen Ergebnissen. Gegen Mandel spielte er im ersten Durchgang viele Diagonalbälle und Mehrbander, um dann mit hart gedroschenen Longlinern seinen Kontrahenten kalt zu erwischen. Im zweiten Satz variierte er dann etwas mehr, aber dank Altunoks Spielklasse und Erfahrung brachte er auch diesen Satz nach Hause und freute sich erkennbar über seinen hochverdienten Aufstieg in die Division B!
Nicht minder spannend ging es bei den Damen zu. In der Gruppe um die Plätze Fünf bis Acht gingen Janatzek und van Bebber mit einem Sieg gegen Peiffer bzw. Lemke an den Start. Janatzek gewann gegen Lemke in zwei Sätzen, aber alle anderen drei Spiele gingen in den dritten Durchgang! Der Spielspaß war also für alle genauso garantiert wie Matches auf Augenhöhe.
In der Gruppe der Top Vier der Damen setzten sich Schmitz und Humble, die beide einen Sieg aus der ersten Runde mitnahmen, ohne Probleme von Kohlmann und Knauff ab, die sich dann um Platz Drei duellierten. Klaudia Kohlmann gewann dieses Spiel in zwei knappen Sätzen, so dass nun nur noch das entscheidende Spiel um den Aufstieg anstand. Im ersten Satz brillierte Regina Schmitz und überrante Humble zunächst. Die Düsseldorferin konnte sich zwar wieder herankämpfen, ging aber dann doch noch mit 8:12 in den Seitenwechsel. Danach jedoch wendete sich das Blatt! Humble konnte ihr technisches Können wieder abrufen und auch ihre Erfahrung (es war ihr dritter Wettkampf) an die Platte bringen. Hierdurch erspielte sie sich den Satzausgleich mit 11:3 und den Sieg im dritten Durchgang mit 11:2. Jana Humble ist damit die verdiente Aufsteigerin in die Division B!
Dieses großartige Turnier mit einer Düsseldorfer Doppelspitze verdient ein gesondertes Resümee! Wir haben mit Koblenz einen neuen Standort, der zudem sportlich eine definitiv solide Leistung gezeigt hat! Mit Felix Coopmans haben wir einen 15-Jährigen als Neuzugang! Die C-Division West der Damen und Herren an einem Wochenende zusammen auszutragen wurde von den Anwesenden als sehr schön und bereichernd empfunden, weil hierdurch ein größeres Turnier entstanden ist, welches den Erlebnisfaktor und den Austausch gefördert hat.
Alle Anwesenden bedankten sich bei den Schiedsrichtern Florian Grosch, Markus Mans, Valeria Rapp, Viktoria Reul-Kallenberg, Christian Siegemeyer und Lennart Vulprecht sowie dem Turnierleiter Stefan Lammertz und Stefan Peters, der am Sonntag Lammertz für kurze Zeit vertreten hat. Der Standort Viersen hat dieses Turnierwochenende sehr routiniert und professionell, aber vor allem mit sehr viel Herzblut ausgerichtet. Hierfür ein herzliches Dankeschön! Ein besonderer Dank geht an Regina Hildebrandt, die Mutter des Regionalleiters Nils Hildebrandt, die sich um die Versorgung aller Anwesenden mit Brötchen, Kuchen, Kaffee und Wasser gekümmert hat. Sie hat im Vorfeld einige Kuchen gebacken. Ihre Herzlichkeit und ihr Engagement wird allen eine bleibende Erinnerung sein.
Die Platzierungen der Damen:
1. Jana Humble (Düsseldorf, aufgestiegen in Division B)
2. Regina Schmitz (Koblenz, Debüt in Division C)
3. Klaudia Kohlmann (Koblenz, Debüt in Division C)
4. Elisabeth Knauff (Koblenz, Debüt in Division C)
5. Jessica van Bebber (Düsseldorf, Debüt in Division C)
6. Daniela Janatzek (Dortmund)
7. Stephanie Peiffer (Viersen)
8. Barbara Lemke (Viersen)
Die Platzierungen der Herren:
1. Murat Altunok (Düsseldorf, aufgestiegen in Division B)
2. Mario Mandel (Moers)
3. Michael Humbert (Paderborn)
4. Mustafa Egin (Moers)
5. Felix Coopmans (Moers, Debüt in Division C)
6. Julian Kai (Moers)
7. Oleg Belousov (Dortmund)
8. Stefan Tissen (Moers)
9. Helmut Schmitz (Koblenz, Debüt in Division C)
10. Philipp Wallenborn (Viersen)
11. Christoph Schares (Koblenz, Debüt in Division C)
12. Stefan Menzel (Viersen)
13. Eric Klumb (Moers)
14. Ingo Leyendecker (Koblenz, Debüt in Division C)
15. Klaus Sommer (Koblenz, Debüt in Division C)
16. Rolf Herfs (Viersen)
