Bericht: Pajulahti Games 2011

von Reinhard Winkelgrund

Hallo SHOWDOWN-Freunde aus Deutschland!

Für mich habe ich das SHOWDOWN-Jahr 2011 mit der Teilnahme bei den Pajulahti Games vom 21. bis 23. Januar in Finnland eröffnet.

Die Reise nach Finnland musste ja schon viele Monate vor dem Turnier geplant und gebucht werden. Zum Glück hatten die Wettermacher nach diesen reichlichen Schneefällen Anfang Januar dann doch noch ein Einsehen mit uns, und so brachten uns die Bahn und der Flieger planmäßig am 20. Januar 2011 nach Helsinki.

Auf dem Flughafen begrüßte Gerlind und mich gleich der dänische Kampfrichter Lars Clausen , der mit seiner Mannschaft, den Teilnehmern aus Italien und Estland auf den Bus für die Fahrt zum Turnierort wartete. Wir trafen hier auch den finnischen Spieler Teemu Ruohonen. Gerlind hatte damit im Bus gleich einen freundlichen Gesprächspartner.

Nach rund 90 Minuten Busfahrt durch idyllische Winterlandschaft erreichten wir den riesigen Komplex der Sport-Hochschule für Behinderte in Pajulahti.

Gleich nach dem Aussteigen aus dem Bus empfing uns der finnische Betreuer für die deutsche Mannschaft Rasmus Fritze, der uns bis zur Abreise bei Seite stand und uns mit allen gewünschten Informationen versorgte. Vielen Dank noch einmal an Rasmus.

Das Gebäude für die Unterkunft mit den sehr komfortablen Zweibettzimmern lag keine 100 Meter entfernt vom Gebäude, wo dann das Turnier stattfand.

Für alle Mahlzeiten gab es eine große Mensa die eine Naturverbundenheit ausstrahlte, denn eine Wand dieser Mensa war wohl an eine grob abgebrochene Felswand angebaut worden. Ohne dieses Haus mit der Mensa zu verlassen, kam man auch zu den Räumen für das Turnier.

Am Freitag um 9 Uhr, 8 Uhr nach deutscher Zeit, begannen die ersten Spiele der Vorrunde. Gespielt wurde an 5 Tischen.

Der Kampfrichter für das entsprechende Spiel kam immer in den Sammelraum, um sich seine  Spieler abzuholen. Die jeweils etwa 10 Stunden am Freitag und Sonnabend verbrachte man bis auf die Mahlzeiten und die Spiele im Sammelraum.

Da hörte man z.B., dass die holländischen Spieler, obwohl   sie am Donnerstag Abend erst in den Abendstunden angereist waren, gleich noch bis 24 Uhr trainiert haben, Dass einige Turnierteilnehmer am Freitag Abend noch in die Sauna gingen und anschließend im Eisloch im See baden waren.

Der Raum war aber ausreichend groß, mit genug bequemen Sitzgelegenheiten, so dass man die ganze Zeit über das Stimmengewirr nicht als Belastung empfand.

Nun komme ich zum Turnier:

Männer und Frauen spielten getrennt. Es war ein sehr leistungsstarkes Turnier nach internationalem Reglement, mit Spielerinnen und Spielern aus: Finnland, Schweden, Dänemark, Niederlande, Estland, Deutschland, Italien und Slovenien.

Bei den Männern spielten immerhin 10 der Top12-Spieler der internationalen Rangliste, aber auch bei den Frauen war ein großer Teil der Besten anwesend.

(Wer die namentlichen Spielerinnen und Spieler wissen möchte, oder an den  einzelnen Spielergebnissen interessiert ist, kann im Beitrag von Stefan Wimmer bei showdown-germany die entsprechenden Links nutzen.)

Bei den Männern gab es in der Vorrunde 3 Gruppen mit 6 und 1 Gruppe mit 5 Spielern.

Die Erst- und Zweitplatzierten dieser Gruppen spielten in der Hauptrunde um Platz 1 bis 8. Die Dritten und Vierten aus der Vorrunde spielten in der Hauptrunde in einer Gruppe um  Platz 9 bis 16, jeder gegen jeden, wobei die Ergebnisse von gleichen Spielpaarungen aus der Vorrunde hier in die Wertung gingen, also gab es kein erneutes Spiel gegen denselben Gegner. Für die fünften und sechsten der Vorrundengruppen, die dann um Platz 17 bis 23 spielten, galt der gleiche Modus.

In meiner Vorrundengruppe mit 6 Spielern, konnte ich mit 9 Punkten Platz 4 erreichen und nach den Spielen in der Hauptrunde war meine Turnierplatzierung Platz 16. Ich konnte mit meiner Leistung bei dieser starken Konkurrenz durchaus zufrieden sein, denn neben den gewonnenen Spielen verlor ich vier Spiele ganz knapp erst im dritten Satz, und zudem waren all meine Gegner mindestens 25 Jahre jünger als ich, einige Spieler sogar 50 Jahre jünger.

Bei einigen Spielen musste ich bedauerlicherweise für mich wieder einmal die Erfahrung machen, dass ich besser auf eine kontrollierte Schlägerführung achten muß, um unnötige Strafpunkte in der Verteidigung zu vermeiden.

Sehr spannend waren am Sonntag Vormittag wieder die letzten Finalrunden bei den Männern, aber auch bei den Frauen.

In den beiden Halbfinals der Männer spielten:

der amtierende Weltmeister, der amtierende Europameister, der Vize-Europameister und Peter Zidar aus Slovenien.

Zum Ende belegte der Weltmeister Sven van der Wege (Niederlande) Platz eins, der Europameister Alexander Zabo (Slovenien) Platz zwei. Dritter wurde Peter Zidar (Slovenien), Platz 4 belegte Vize-Europameister Teemu Ruohonen aus Finnland.

Bei den Frauen spielte Els Hofmeester ( Niederlande) ein ganz starkes Turnier, sie belegte im kleinen Finale Platz 3. Im Finale um Platz 1 siegte Hanna Vilmi (Finnland) vor Jana Fuhrer (Slovenien).

Am Sonntag zur Siegerehrung, konnten die jeweils 3 Bestplatzierten bei den Männern und Frauen Pokale in Empfang nehmen. Das Küren der lustigsten Spielerin Helma van der Boom (Niederlande) krönte noch die sehr schön lockere und freundschaftliche Atmosphäre dieses Turniers.

Nach der Übergabe der Pokale wird Reinhard vom Turnier Veranstalter Petri Räbinä aufgerufen, Auch Reinhard soll einen Pokal bekommen.

Petri begründet diese Ehrung:

„Reinhard ist 16. von 23 Spielern geworden, und die

Kampfrichter haben ihn auserwählt, weil er überraschend gut mit den wesentlich jüngeren Spielern mitgehalten hat. Das zeigt, dass das Alter keine Grenze sein muß.“

Wir freuten uns sehr über den starken Applaus.

Bei der Abschlusszeremonie wurde natürlich besonders allen Kampfrichtern und Helfern der Dank ausgesprochen. Auch wurden alle Showdown-Spieler zu den  Pajulahti Games 2012 herzlich eingeladen.

Am Sonntag um 13 Uhr startete der Bus zum Flughafen nach Helsinki.

Mit etwas Wehmut verabschiedeten auch Gerlind und ich uns von vielen Freunden. Gerlind konnte wieder die Fahrt durch eine herrliche, verschneite Waldlandschaft genießen.

Alessandra aus Mailand verabschiedete sich von mir mit der Frage, Du kommst dieses Jahr wieder nach Mailand, nicht wahr? Auch Els aus Holland hat mich zumTurnier ihres Showdown-Vereins eingeladen.

Mein Turnierkalender für 2011 füllt sich also schon wieder..

Der Flug und die Bahnfahrt auf der Rückreise klappten wieder wie geplant. Sehr positiv überrascht waren wir über die bevorzugte Abfertigung und Unterstützung  für mich als Blinder mit meiner Begleitung auf den Flughäfen und in den Fliegern.

Um 21.45 Uhr deutscher Zeit konnten wir zu Hause das Gepäck ablegen, und das ereignisreiche und schöne Unternehmen Finnland war zu Ende...

Reinhard von der Showdown-Gruppe Cottbus

Wer sich gerne das Finale der Damen in voller Länge ansehen möchte findet das Video hier.

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