Ein Bericht von Lutz Egeling

Voriges Jahr haben wir eine Einladung zum Turnier der Marburger Showdown-Spieler bekommen. Da haben wir natürlich sofort zugesagt. Nun war das Wochenende vom
20. bis 22. März ran. Voller Vorfreude ging es am Freitag Vormittag los. Mit dabei waren Matthias, Jens, Carsten und
Lutz. Angelika begleitete uns bei dieser Reise.
Da wir unseren finanziellen Reisebeutel nicht so sehr belasten wollten, hatten wir die Anreise mit Regionalbahnen geplant. So waren wir eine ganze Weile unterwegs, sollten aber pünktlich 15.33 Uhr in Marburg ankommen, wo wir schon von Antonio, dem Verantwortlichen der Marburger Showdown-Gruppe, empfangen wurden.
Antonio hatte mir ja schon am Telefon gesagt, dass er eine Überraschung für uns hat, aber nichts näheres verraten. ...Weiterlesen Quedlinburger Spieler zu Gast in Marburg – Schon Freitag gab’s was auf die Ohren –

Von Heiko Kuhlmann, 12.10.2014

An diesem Wochenende, 11.10. bis 12.10.2014 fand in Marburg Lahn die Vorrunde zur Qualli Süd statt.
Ich hatte das Vergnügen, eine Nürnberger Spielerin (Mandy Herrmann) coachen zu dürfen und somit bei der Vorrunde in Marburg dabei sein zu dürfen.
Während der Spiele bekam ich auch noch weitere Anfragen, Spieler aus Nürnberg zu Coachen, was ich sehr gern auch getan hab.
Die Spiele sollten am 11.10.2014 um 10:30 Uhr beginnen, welches aber durch die Bahn verhindert wurde, die die Nürnberger Spieler an die Lahn bringen sollte.
Mit knapp einer Stunde Verspätung eröffnete Antonio Michienzi die Vorrunde zur Qualli Süd.

...Weiterlesen Vorrunde Quali Süd Marburg – Berichte von Heiko Kuhlmann und Michael Heuer

Nach der Eröffnung im Januar, dem Maiturnier und einem hausinternen Damenturnier im Juni veranstaltete die Tischball-Sportgruppe Marburg am 9. August ein weiteres Freundschaftsturnier, diesmal mit vier Gästen aus Bonn.

Wer mit den Gedanken bei der süddeutschen Meisterschaft ist, hat sich über eine weitere Gelegenheit gefreut, Turniererfahrung zu sammeln. Die Marburger legen bei ihren Veranstaltungen aber auch großen ‚Wert auf die Freude am Mitmachen, sodass auch diejenigen zum Zuge kommen, die keine hochkarätigen Turniere spielen wollen oder können.

16 Spielerinnen und Spieler – drei aus Bonn und 13 aus Marburg – wurden in zwei gemischte Gruppen zu je acht Spielern aufgeteilt, in denen jeder gegen jeden spielte. Von Anfang an wurden zwei Gewinnsätze gespielt; so dauerte das Spielvergnügen länger an, und viele stellten fest, wie wichtig es ist, die Ausdauer zu trainieren. Unsere Schiedsrichterinnen Birgit aus Marburg und Jutta aus Bonn brauchten einen langen Atem, mussten sie doch ohne Ablösung alle Gruppenspiele pfeifen.
Einen langen Atem brauchten gleich zu Beginn auch Turnierneuling Hatice und Sarah, beide aus Marburg, deren Begegnung in drei Sätzen sagenhafte 45 Minuten dauerte.

Die Stimmung war geprägt von der Begeisterung über packende Ballwechsel und unhaltbare Tore; gegenseitige Hilfe und Tipps waren auf eine lockere Art und Weise selbstverständlich.

Am Ende konnten aus Zeitgründen nur noch die ersten vier Plätze ausgespielt werden, obwohl die Sätze im Hinblick auf die Zeit schon nur bis acht gespielt worden waren. Auch wenn die Tabelle bei diesem Freundschaftsturnier nicht ganz so wichtig genommen wird, durften sich die ersten Drei doch über kleine Präsente freuen, die ihnen der Hauptorganisator Antonio überreichte. Für den klaren Gewinner Chris gab es einen Pokal aus Schokolade, Mirien und Bernd als zweite und dritter durften sich über Schokoladen-Blumen bzw. ein Schoko-Tischtennis-Spiel freuen.

Alle sind sich einig: Mit dem Austragunsmodus muss noch ein wenig experimentiert werden, doch weitere Freundschaftsturniere und damit mehr Gelegenheiten, diesen schönen Sport zu betreiben, das wünschen sich Bonner wie Marburger.

Mirien Carvalho Rodrigues

Marburger Maiturnier für Showdown-Neulinge

Von Mirien Carvalho Rodrigues

Zwei alte Hasen reisten eigens aus Berlin an, um am noch jungen Standort Marburg den Neulingen ein paar Kniffe beizubringen.
Andrea und Detlef Vulbrecht, seit sieben Jahren begeisterte und erfolgreiche Spieler, brachten ihr Können und ihren Elan am 2. Und 3. Mai mit an die Lahn. Dort fanden sie ein Dutzend begeisterte und gelehrige Schülerinnen und Schüler vor. Sie alle hatten sich das Wochenende seit Monaten frei gehalten, um in einem Workshop mit anschließendem internen Turnier von den beiden alten Hasen zu lernen. Von Anfang an in gelöster Stimmung, nahmen die Neulinge – zur großen Freude vor allem von Andrea mehrheitlich Frauen – jeden Tipp zur Schlägerhaltung, zum Vorhandspiel oder auch zum Verhalten gegenüber Schiedsrichtern wissbegierig auf.
Das Turnier wurde Dank der SchiedsrichterInnen Birgit, Detlef und Stefan möglich, die sich zum Teil auch noch auf Neuland bewegten und hat allen großen Spaß und Lust auf immer mehr Showdown bereitet.
Da zunächst in zwei Sechsergruppen jeder gegen jeden spielte und dann die Platzierungsspiele in zwei Gewinnsätzen ausgetragen wurden, hatten alle gleichermaßen sechs Spiele zu bestreiten und konnten reichlich Turnieratmosphäre schnuppern. Das Spielniveau ist insgesamt im Vergleich zum Jahresanfang bereits erfreulich deutlich gestiegen.

Mit einem erfolgreichen Workshop, zwei kurzweiligen Abenden in netter Runde und einer Stadtführung durch Antonio Michienzi, den Hauptorganisator des Standorts Marburg im Gepäck, traten die Berliner zufrieden die Heimreise an. Ihr Gepäck ist leichter geworden, denn sie haben einen Sack voll hilfreicher Tipps für zukünftige Trainings an der Lahn gelassen. Diese reichen von der Idee, zwischendurch mit der anderen Hand zu spielen, über Krafttrining bis zu gegenseitigem Coachen, damit alle Beteiligten während des Trainings ständig sinnvoll eingebunden sind.
Die Marburger Teilnehmenden sind sich einig: Die nette Begegnung mit den beiden und ihre kundige Anleitung hat uns einen großen Schritt nach vorne gebracht.

(Von Eli nur hochgeladen)

Ein Mix aus Air-Hockey und Tischtennis

Beim Blindensport Tischball kommt es auf Gehör und Geschicklichkeit an / Am 25. Januar Tag der offenen Tür

Blindenfußball, Goalball und Torball sind in Marburg für Sehbehinderte längst etabliert. Jetzt kommt als neue Sportart Tischball hinzu.

von Holger Schmidt

Cappel. „Das war ein Löffel“, erklärt Antonio Michienzi, nachdem Gabi Eschebach-Weck den Ball mit ihrem Holzschläger gegen die Mittelbande aus Plexiglas gehoben, geschlenzt ... na, eben gelöffelt hat. Ein Fehler. Im Eifer des Gefechts passiert das schon mal. Denn Tischball ist ein schneller Sport. Und weil man ja nicht sieht, sondern nur hört, wo das Spielgerät gerade entlangrollt, schleicht sich auch der ein oder andere technische Lapsus ein. Gerade bei Einsteigern.

Und Anfänger sind eigentlich fast alle in Marburg. Seit November trainieren 20 Tischballbegeisterte, die meisten von ihnen sind blind oder zumindest stark sehbehindert. „Es konnte nicht sein, dass es so etwas nicht gibt in einer Stadt wie Marburg, in der so viele Blinde leben“, sagt Antonio Michienzi. Zusammen mit Bernd Kerseboom und Chris Frenzel trainierte der 51-Jährige bis dahin in Frankfurt – und machte es sich zur Aufgabe, den Sport in seine Heimatstadt zu bringen.

Der Anfang ist gemacht, ein Verein zudem auf den Weg gebracht. „Wir sind bei der Gründung in den letzten Zügen, die Unterlagen sind durch“, sagt Michienzi, der hinter Kerseboom der 2. Vorsitzende der „Tischball-Sportgruppe Marburg“ werden dürfte.

Tischball, im Ursprungsland Kanada „Showdown“ genannt, ist eine Mischung aus Air-Hockey und Tischtennis. Mit einem Schläger muss der Spieler die tennisballgroße, gelbe Plastikkugel, die zur Orientierung mit Nägeln gefüllt ist, auf der Platte unter einer Mittelbande hindurchspielen. Am besten so, dass der Ball im Tor des Gegners einschlägt. Das bringt zwei Punkte.

Damit die Kugel nicht von der 3,60 Meter langen und 1,20 Meter breiten Platte fällt, gibt es eine abgerundete Begrenzungsbande, die natürlich auch als taktisches Mittel angespielt werden kann. Einen Strafpunkt kassiert ein Spieler, wenn der Ball nach seinem Schlag die Mittelbande trifft, oder wenn der Ball bei der Abwehr nicht seinen Schläger (23 cm Blattlänge) oder Schutzhandschuh, sondern einen anderen Teil seines Arms berührt. Gezählt wird wie beim Tischtennis, bei elf Punkten ist ein Satz also beendet, zumindest bei zwei Punkten Vorsprung. Meistens werden zwei Gewinnsätze ausgespielt.

Die Sportart ist seit etwa zehn Jahren in Deutschland auf dem Vormarsch. „Ich habe Tischball zum ersten Mal 1980 bei den Paralympischen Spielen in Arnheim als Demonstrationssportart gesehen“, sagt Michienzi. Dann habe er es lange nicht mehr verfolgt – bis er 2012 bei einem Probetag in Frankfurt mitmachte. „Da habe ich meine Liebe dafür wiederentdeckt“, sagt der Marburger, der bei der Blista als Textbearbeiter angestellt ist und zuletzt bei den Süddeutschen Meisterschaften Zehnter wurde.
Zwei Probleme galt es zu lösen: Es fehlten eine Tischball-Platte und geeignete Räumlichkeiten. An der alten Kegelbahn unter der Turnhalle des TSV Cappel ist die Gruppe seit November untergebracht. Für zwei Platten – jede kostete 1800 Euro – kam die Bezirksgruppe Marburg des Blinden- und Sehbehindertenbundes Hessen auf. „Wir haben lange auf die Platten warten müssen“, sagt Antonio Michienzi.
Jetzt sind die Tische da, die Sportler sind mit Elan bei der Sache – und haben Spaß. 
„Neeein“, ruft Annika Hein, als der Ball in ihrem grünen Tornetz mit den kleinen Glöckchen einschlägt. „Ich zieh‘ auch noch die Hand weg!“ Das Gegentor trübt ihre Freude darüber aber nicht, diesen Sport in Marburg ausüben zu können. Besonders schön findet es Andrea Rippich, die blind und darüber hinaus körperlich behindert ist. „Meine Möglichkeiten sind ja sehr begrenzt“, sagt sie. „Ich bin total glücklich mit Tischball, weil es körperlich nicht so anstrengend ist.“
Stattdessen kommt es auf Geschicklichkeit an. „Man hat nicht viel Zeit zu überlegen. Man muss hören und sofort reagieren“, erklärt Antonio Michienzi. „Außerdem ist es eine taktisch anspruchsvolle Sportart.“
Wer Tischball selbst ausprobieren möchte, hat am Samstag, 25. Januar, von 10 bis 13 Uhr beim Tag der offenen Tür die Gelegenheit dazu. Für Chancengleichheit sorgt eine Dunkelbrille, die zur Ausrüstung gehört.

INFOKASTEN

Das Training der Tischball-Gruppe findet jeweils montags und mittwochs von 19 bis 21 Uhr in den Räumen der alten Kegelbahn unter der Turnhalle des TSV Cappel (August-Bebel-Platz 2) statt. Wer beim Probetraining teilnehmen möchte, wird unter antonio.michienzi@t-online.de oder telefonisch unter 0151 / 40 30 69 95 um eine Anmeldung gebeten. Darüber hinaus sucht die Gruppe noch einen ehrenamtlichen Trainer.

Zur Standortseite von Marburg

Standort-Eröffnung in Marburg mit anschließendem Team-Wettbewerb - „Die Glücksritter“ hatten die Nase vorn!

Am 25.01.2014 wurde in Marburg der neue Showdown-Standort des sich in der Gründungsphase befindenden Vereines „Tischball-Sportgruppe Marburg e. V.“ offiziell eröffnet. Über die Bezirksgruppe Marburg des Blinden- und Sehbehinderten-Bundes in Hessen e. V. wurden dem zukünftigen Verein zwei Showdown-Platten gespendet. Räume konnten beim TSV Cappel e. V. angemietet werden. Die zwei Platten können in einer ehemaligen Kegelbahn mit zweitem kleinen Raum meistens aufgebaut bleiben. Montags und mittwochs bieten Antonio Michienzi und Bernd Kerseboom (beide sehgeschädigt) mit Unterstützung durch Birgit Vogt (sehend) ein umfangreiches Training an, zu dem mindestens 10 Spielerinnen und Spieler pro Termin kommen. ...Weiterlesen Standort-Eröffnung Marburg und Team-Wettbewerb